Was tun?
Wer sich an «La clemenza di Tito» wagt, Mozarts zeitgleich mit der «Zauberflöte» entstandenes «Dramma serio per musica», hat es doppelt schwer. Was tun mit einer Musik, die nur in Teilen (Arien und Accompagnati) von Mozart selbst stammt und die sich, weil seine blaublütigen Auftraggeber es aus Anlass der Krönung des österreichischen Kaisers Leopold II.
zum Böhmischen König im September 1791 so wünschten, an einer von der musikästhetischen Entwicklung längst überrollten Gattung (der Opera seria) orientiert, diese aber ständig hinterfragt und überformt – etwa durch die Verflüssigung des metastasianischen Nummernschemas? Was anfangen zudem mit einem Titelhelden (dem römischen Kaiser Titus Flavius Vespasianus), bei dem man nie sicher sein kann, ob er nun zaudernder Herrscher, empfindsamer Humanist oder doch zynischer Machtmensch ist, der seine «Milde» bloß als politische Strategie, als probates Mittel zum despotischen Zweck einsetzt?
Man kann sich – wie René Jacobs Ende November in einer Reihe konzertanter Aufführungen zur Vorbereitung einer CD-Einspielung (siehe Seite 9) – ganz auf die (rhetorische) Ausleuchtung und Aufwertung der Partitur konzentrieren, die faden (vermutlich von ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Da streiten sich zwei Männer um eine Frau, nicht etwa, um sie zu gewinnen, sondern um sie loszuwerden. Denn die Frau ist die widerspenstige, herrschsüchtige Rita, Schankwirtin, respektive – in der Lausanner Inszenierung – Inhaberin einer zwielichtigen Strandbar. Sie hat den trotteligen Peppe geheiratet, nachdem ihr erster Ehemann, der Seemann Gasparo, für...
Schon zwei Wochen bevor der neue Generalmusikdirektor der Frankfurter Oper bekannt gegeben wurde, zeigte das Orchester eindeutig, wen es auf diesem Posten sehen will: Für Sebastian Weigle legten sich die Musiker bei der Premiere der «Pique Dame» mächtig ins Zeug und produzierten einen satten Tschaikowsky-Sound der Spitzenklasse – eine klare Abstimmung mit den...
Die Allerheiligen Hofkirche in der Münchner Residenz ist ein kultischer Ort im Doppelsinne: einerseits säkularisierter Sakralraum, andererseits neuerdings viel bespielter Konzertsaal dank traumhafter Akustik und einer besonderen Atmosphäre durch eine bei der Renovierung nach Kriegsverwüstung bewusst unfertig belassenen karminroten Ziegelstruktur.
Arnaldo de...
