Ärgernis des Jahres
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin: So lautet nicht nur alljährlich der freudetrunkene FanGesang all jener Fußballanhänger, die dem Pokalendspiel entgegenfiebern. Auch als Kulturmetropole steht die bundesdeutsche Kapitale hoch im Kurs – und zwar weltweit. Davon profitieren nicht zuletzt die drei Berliner Opern. Dass der Bund den Großteil der Sanierungskosten für die Staatsoper übernommen und das Land Berlin den Etat aller drei Häuser aufgestockt hat, sind ermutigende Zeichen.
Den Alltag freilich bestimmen nach wie vor der Dauerstreit um die Verteilung der Gelder und die Egoismen der künstlerisch Verantwortlichen. Die Stiftung Oper in Berlin, ursprünglich als Forum für eine gemeinsam abgestimmte Gestaltung der Zukunft gegründet, ist zur Bedeutungslosigkeit degradiert. Ein Trauerspiel. Dass Berlins Musiktheater mehr zu bieten haben als die einmal mehr als Ärgernis des Jahres benannten Krisensymptome, ist unbestritten (siehe Seiten 32, 44 und 108). Eine Chance, im Konzert der führenden Opernmetropolen wieder mitzuspielen, hätte Berlin freilich nur dann, wenn alle Akteure sich endlich als Teil eines Ganzen verstünden.
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«... und wir Männer ersehen aus diesem Stücke, wie wir durch die Weiber, im günstigsten Falle, zu Grunde gehn.» Mit diesem ironisch-zynischen Resümee beschließt Heinrich Heine in den «Memoiren des Herrn von Schnabelewopski» die Geschichte vom Fliegenden Holländer, die Wagner zu seiner gleichnamigen «Romantischen Oper» inspirierte. Heines wahrlich witziges Paradoxon...
Es hatte in der Luft gelegen. Immer wieder war das Essener Aalto-Theater während der letzten Jahre positiv aufgefallen. Mit Produktionen, die szenisch auf der Höhe der Zeit standen, ohne sich zeitgeistig anzubiedern. Mit einem intakten Hausensemble, das sein Handwerk aus dem Effeff beherrscht – von Händel bis Wagner, von Bellini bis Aribert Reimann. Mit einem...
Fünfzig Makel in neununddreißig Minuten. Risse, Schmutz, Wasserflecken, Drop-Outs, Tonschwankungen, verblasste Farben, Unschärfen. Eine kapitale Mängelliste. Dabei war der 1969 belichtete «Othello»-Streifen nicht einmal der gravierendste Problemfall, den die Spezialisten der Hallenser Firma Digital Images während der Instandsetzungsarbeiten für jene DVD-Edition zu...
