Apropos... In Hosen, mit Rosen

Cherubino und Dorabella auf der einen Seite, auf der anderen Strauss’ Komponist und Octavian, wie jetzt in Salzburg, sogar Fricka: Das schwerere Fach mit Mozart-Technik singen, das ist ein Rezept, dem die 45-jährige französische Mezzosopranistin Sophie Koch bis heute folgt.

Opernwelt - Logo

Christa Ludwig meint, als Mezzo-Sopran könne man überall dabei sein und alle ständig ärgern. Hat sie Recht?
Es stimmt schon, dass man als Mezzo ein bisschen lockerer bleiben kann. Bloß als Octavian, der die ganze Zeit auf der Bühne steht, nützt einem das auch nicht viel. Ich gebe gern zu, dass ich manchmal ein bisschen neidisch auf die Soprane bin – und auf die Tenöre. Aber ich nehme es gern in Kauf. Ich hoffe, als Mezzo länger singen zu können, ohne kaputtzugehen. Und darauf kommt es an.



Gehören Sie deswegen zu den wenigen Weltklasse-Mezzos, die nicht ins ­Sopran-Fach drängen?
Ich bin einfach ein Hosenrollen-Typ. Meine Stimme hat von Natur aus viele helle Farben. Aber die schwebende Höhe, die ich zum Beispiel für Ariadne bräuchte, fehlt mir. Ich kann trotzdem Risiken eingehen. Demnächst singe ich die weibliche Hauptrolle in «Le Roi Arthus». Das ist eigentlich eine kleine Ortrud. Und in Berlin Meyerbeers «Afrikanerin», beides mit Roberto Alagna.

Sie sind spät zum Singen gekommen. Warum?

Ich habe erst Philosophie, Literatur und Geschichte studiert, auch ein bisschen Politik. Halbherzig wollte ich Journalistin werden. Ich hatte aber lange im Chor gesungen. Drei Jahre nach dem Abitur ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2014
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser

Weitere Beiträge
Unzertrennlich

Das nennt man antizyklisches Verhalten: Vier Tage vor Christoph Willibald Glucks 300. Geburtstag setzt die Niedersächsische Staatsoper das Werk eines anderen Jubilars auf den Premierenspielplan: Nicht Richard Strauss (der braucht als Rechtfertigung kein Jubiläum, es sei denn man wählt leichtfertig «Guntram», die «Feuersnot» oder den «Friedenstag»), sondern...

Im Zeichen des Kreuzes

Die Hauptrolle spielt nicht der Zar. Sondern Gott. Denn die Alexander-Newski-Kathedrale, zu deren Füßen in Sofia Modest Mussorgskys «Boris Godunow» gegeben wird, feiert neunzigstes Weihejubiläum. Kirchenpatriarch Neofit von Bulgarien sitzt im Publikum. Bevor Konstantin Chudowski das Signal zum ersten Ton der eigentlichen Oper gibt, erklingt aus den Lautsprechern...

Vorgeführt

Unter den Regisseuren der mittleren Generation ist Sebastian Baumgarten der heftigste Dekonstruktivist. Er bricht die überlieferten Texte – ob Schauspiel oder Oper – mit Brachialgewalt auf und holt sie ins Heute. Sein umstrittener, in einer Biogasanlage spielender Bayreuther «Tannhäuser» sorgte im Festspieljahr 2011 für nachhaltige Erregung. Jüngst hat er am...