Knisternde Erotik
Fantastischer, silbrig schimmernder Zauberwald, der sich wie von Geisterhand bewegt (und doch nur aus vielfach verzweigten Männerkörpern besteht) oder eine grüne Schlafzimmer-Traumlandschaft vor riesiger Mondsichel? Welches Ambiente wird Shakespeares berühmtester Komödie in der kongenialen Vertonung von Benjamin Britten aus dem Jahr 1960 besser gerecht?
Peter Halls Version für Glyndebourne aus dem Jahr 1981 ist klassizistisch märchenhaft.
Titania und Oberon tragen prächtige Renaissance-Kostüme und gewagte Haar-Kreationen, Ileana Cotrubas und James Bowman liefern den gepflegten Gesang dazu, sie mit ihrem unverkennbar leuchtenden Timbre, lyrisch fein ziselierend, er nobel, aber etwas anämisch gestaltend. Puck ist ein nölender rothaariger kleiner Junge, der durch die Lüfte fliegen darf, die Elfen harmlose Geister. Die beiden leider optisch wie musikalisch nicht mehr ganz taufrischen Liebespaare tragen gediegene Kleidung, die im Verlaufe der Wirrnisse im Athener Wald nur wenig Spuren von Flucht in unwegsamer Natur zeigt. Und der Kampf der Frauen um die Männer und untereinander bleibt immer voller Zurückhaltung. Auch die Liebesnacht der Elfenkönigin mit einem Esel entbehrt ...
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Hätten Sie erraten, mit welcher Oper Cagliari zur Saisoneröffnung den Jahresregenten Mozart feiert? Unwahrscheinlich. Es ist eine italienische Erstaufführung: der «Chérubin» von Jules Massenet, uraufgeführt 1905 in der Opéra von Monte Carlo. Eine verdienstvolle Ausgrabung, zumal in einer so guten und witzigen Wiedergabe.
Es ist eine Mozart-Ehrung von hinten...
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Ungläubiges Staunen, als sich der Vorhang hebt: Der Blick fällt auf eine großzügige viktorianische Bibliothek mit kleinem Schreibtisch und Leselampe. Im angrenzenden Salon speist eine Abendgesellschaft und lästert über den Sohn des Hauses – Oscar Wilde. Einer Gruppe junger Offiziere ist es nebenan wohl zu heiß geworden, locker parlierend bedecken sie erst, wenn...
