Oper geht hier jeden an
Von Stockholm sind es noch mal 500 Kilometer Luftlinie nach Norden. Umeå, die Hauptstadt der schwedischen Provinz Västerbotten, liegt zwischen dem 63. und 64. Breitengrad, auf einer Höhe etwa mit Reykjavik. Wer hier morgens mit dem Auto losfährt, ist mittags am Polarkreis. Für 2014 wurde Umeå zur Kulturhauptstadt Europas gewählt (zusammen mit Riga). Deshalb werden jetzt Gebäudekomplexe am Ufer des Flusses Ume älv hochgezogen, der das Zentrum abschließt. Kultur allerdings gehört, neben der Auto-, Computer- und Holzindustrie, schon lange zur Identität der Stadt.
In Schweden ist Umeå vor allem bekannt für seine Hardcorebands, aber auch für die 1965 gegründete Universität. Und für die Norrlandsoperan. Hinter dem Namen verbirgt sich mehr als eines der sechs schwedischen Opernhäuser. Das Gebäude am Operaplan bietet vielen internationalen Tanzcompagnien Zeit und Räume, neue Projekte zu entwickeln, die dann auf Tournee gehen. Zwei Festivals (eines dem Jazz gewidmet) und Sprechtheater kommen dazu. Das Orchester spielt neben Opernvorstellungen zwanzig Konzerte. Die Programme reichen von Alban Bergs Violinkonzert und üppiger Symphonik bis zu Turnages «Blood on the Floor». Wenn sich die ...
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Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Stephan Mösch
Anfang Dezember hat Donald Runnicles an der Deutschen Oper, deren glücklosem Orchester er als GMD wieder Halt und Ausstrahlung verschaffen soll, Berlioz’ monumentale «Trojaner» dirigiert. Was damals aus dem Graben drang, erinnerte eher an Wagners Mischklang als an die Kontrastwirkungen, die seinem französischen Zeitgenossen vorschwebten. Runnicles schien...
«Die Geburt des Films aus dem Geist der Musik» hat Theodor W. Adorno aus der Musik Richard Wagners herausgehört, frei nach Nietzsche. Das Thema Wagner und Film erscheint aber breiter, umfassender, so dass es in dem 400-Seiten-Band, der aus einer Dissertation hervorging, nur als einer von mehreren möglichen Aspekten aufscheint. Das macht die Autorin Sabine Sonntag...
Der Not gehorchend, aber alles andere als eine Notlösung: Weil der Orchestergraben keine 77 Musiker fasst, hat sich Hausherr Martin Schüler für das 1908 erbaute Jugendstiltheater einen «Ring des Nibelungen» einfallen lassen, der etwas anders ist als alle anderen Aufführungen und dennoch Wagners Vorstellungen insofern entspricht, als in Cottbus tatsächlich einmal...
