Metamorphosen
Bis vor wenigen Jahren war sie noch auf der Bühne aktiv, und wer weiß, ob sie, die wir anlässlich ihres 75. Geburtstags als «komödiantisches Urgestein» gewürdigt haben, nicht noch einmal dorthin zurückkehrt. Mit dem Theater ist sie aufgewachsen, im Theater hat sie mehr als ein halbes Jahrhundert gewirkt. Dabei hat die Stimme in 57 Bühnenjahren diverse Metamorphosen durchgemacht: von der Soubrette über den jugendlich-lyrischen zum Lirico-spinto-Sopran, schließlich zum Mezzo und Charakter-Alt.
Jüngere Operngänger dürften sie als Klytämnestra oder Küsterin noch in starker Erinnerung haben. Ihre ganz große Zeit hatte sie als Protagonistin in Walter Felsensteins Ensemble, wo sie unter der Regie des Meisters nicht nur Donna Elvira und Desdemona, sondern auch einige hundertmal die Boulotte in Offenbachs «Ritter Blaubart» sang und unnachahmlich spielte. Die Operette war ihre besondere Domäne, vor allem in Produktionen des damals noch ungeheuer produktiven und fantasievollen Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. «Opernwelt» hat einige Ausschnitte daraus in der Jahres-CD 2005 neben seltenen Opernaufnahmen erstmals offiziell veröffentlicht. Unterdessen erfährt zumindest die Operetten-Diva auf ...
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Neues Musiktheater ist selten lustig. Im Raumklang findet Lachen keinen Platz. Deswegen gebührt der japanischen Komponistin Misato Mochizuki allein schon dafür Dank, dass sie ihrer ersten Beschäftigung mit dem Musiktheater ein heiter-witziges, zugleich mit etwas tieferer Bedeutung ausgestattetes Libretto zugrunde legt. Der Titel ihrer Kammeroper klingt...
Regisseurin Beverly Blankenship hatte geradezu kindlichen Spaß an der mit Wasser gefluteten Bühne von Marianne Hollenstein. Sie ließ nach Herzenslust planschen in der Münchner Erstaufführung von Nikolai Rimsky-Korsakows «Märchen vom Zaren Saltan», der seine Frau und den vermeintlich missgestalteten Sohn in einem Fass auf dem Meer aussetzt. Ob ein singender Schwan...
Gebt uns die ‹Aida› zurück!!» «Ach, Fossilien seid ihr!» – laut und leidenschaftlich ging es zu bei der Spielzeiteröffnung der römischen Oper am 20. Januar 2009 mit Giuseppe Verdis «Aida» in der Regie von Robert Wilson und unter der musikalischen Leitung von David Oren. Seit Jahren waren in dem 1880 eröffneten Prachtbau an der Piazza Beniamino Gigli die Emotionen...
