Ansteckungsgefahr

Inspiriert von Strauss’ «Capriccio» wagen sich Jugendliche am Theater an der Wien an die Uraufführung einer selbstentwickelten Oper. Ein Probenbesuch

Opernwelt - Logo

Mit ohrenbetäubendem Kreischen stürmt eine Gruppe Jugendlicher in weiß-blau gestreiften Badekappen die Bühne, unter dem donnernden Stakkato eines Pianos. Sie posieren. Sie grimassieren. Dann singen sie. Im kleinen, von Leuchtröhren erhellten Chorsaal im vierten Stock des Theaters an der Wien hat das Team um das Regie-Duo Catherine Leiter und Beate Göbel alle Hände voll zu tun: die erste Probe im Kostüm. Alle Beteiligten haben anstrengende Monate hinter sich. Schließlich gilt es, eine nagelneue Oper aus der Taufe zu heben.



«Capriccioso oder Die Launen der Oper» handelt – in Anlehnung an Strauss’ «Capriccio» – von einer Adelsfamilie, die bei der Vorbereitung einer musikalischen Geburtstagsüberraschung in eine Debatte über die Bedeutung von Text und Musik in der Oper und die Rolle der Kunst in der Gesellschaft gerät. Vertreter verschiedenster musikalischer Stoßrichtungen treffen hier aufeinander – Zwist vorprogrammiert. Dabei orientiert sich zwar das Sujet an Strauss’ Konversationsoper, nicht aber die Partitur – obwohl es, was Anleihen aus der Musik­geschichte betrifft, ansonsten «ziemlich wild zugeht». Florian C. Reithner, der das Stück in enger Abstimmung mit den jungen Darstellern ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Aus der Werkstatt, Seite 49
von Martin Knuhr

Weitere Beiträge
Überschätzt

Jacopo Foroni gehört zu den vielen Vergessenen der Musikgeschichte. Den 1825 geborenen Italiener verschlug es nach der 1848er-Revolution nach Stockholm, wo er sich mit seiner Oper «Cristina, regina di Svezia» einführte, Hofkapellmeister wurde, aber schon 1858 an der Cholera starb. Man tut ihm keinen Gefallen, wenn man die 2007 in Göteborg erstmals wieder gespielte...

Totenkopf und Teufelshörnchen

So problematisch Arrigo Boitos ideengeschichtliche Dämpfung der Erstfassung seines «Mefistofele» und der Rückgriff auf Elemente des traditionellen italienischen Melodramma sein mögen, das Werk enthält in seiner finalen Gestalt von 1875 etliche saftige Stücke fürs melomane Publikum und szenisch Packendes. Man muss das Lob ja nicht so überziehen wie Bernard Shaw, der...

Spielpläne

ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme


Deutschland

Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
Bühne
– Le Toréador: 2., 9.
– Die verkaufte Braut: 3., 6., 10.

Mörgens
– Gold!: 5.

Bad Aibling
opernbühne e. V.

Tel....