Frische, die man hören kann
Das gibt es nicht einmal in der Hauptstadt: Die Berliner Philharmoniker an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit drei Weltklasse-Dirigenten und drei verschiedenen Programmen. Insofern erst mal: Chapeau! Baden-Baden veranstaltete 2019 Osterfestpiele, die über den drögen Repräsentationszirkus, der gleichzeitig in Salzburg stattfand, weit hinausreichten. Dass die Berliner Philharmoniker auch in zahlreichen Kammermusikformationen und bei Jugendprojekten in der ganzen Stadt präsent sind, gehört inzwischen zum Standard dieses Festivals.
Dem scheidenden Intendanten Andreas Mölich-Zebhauser und seinem Team ist da eine Verbindung unterschiedlicher Programmschienen gelungen, wie man sie selten findet. Und das wohlgemerkt nicht im subventionierten, sondern im gänzlich privat finanzierten Rahmen.
Vorfreude ist die schönste Freude. Deshalb haben Konzerte mit den Berliner Philharmonikern und ihrem künftigen Chef Kirill Petrenko derzeit einen besondere Charme. Viel wechselseitige Offenheit, gesteigerte Konzentration. Frische, die man hören kann. Zum Beispiel bei Tschaikowskys 5. Symphonie, die in Baden-Baden nicht als aufgeheiztes Per aspera ad astra-Dramolett zu hören war, sondern in der ...
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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Stephan Mösch
Friedrich Nietzsches früher Text «Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben» hat seine Aktualität keineswegs eingebüßt, sondern gerade für den Kulturbetrieb gewonnen, in dem die Vergangenheit immer mehr die Gegenwart überlagert, der Nostalgie mitunter schier nekrophile Züge beigemischt sind. Dazu gehört, dass der Kult um die großen «runden» Geburts- und...
Verstörendes Vexierbild. Grausam und doch zauberhaft, anmutig. Während die Solo-Klarinette ihre unruhig-flackernde Klage ins Dunkel schickt, stürzen in einem großformatigen Video zwei leichtbekleidete Frauen wie in einer Traumsequenz in ein Bassin, Hand in Hand, und wie sich bald herausstellt, im Todeskampf unentrinnbar miteinander verbandelt. Letzte Blasen...
Letzten August widmete das Magazin der «New York Times» dem Thema eine ganze Ausgabe: «Losing Earth. The decade we almost stopped climate change». Es ging um die Jahre 1979 bis 1989, als die Theorie der hausgemachten globalen Erwärmung zum ersten Mal ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückte und die Mächtigen dieser Erde nur ein paar Unterschriften entfernt waren...
