Es ist vollbracht
Nun ist sie also abgeschlossen, die neue «Ring»-Produktion an der Met: Zwar nimmt sich die «Götterdämmerung» in Robert Lepages Regie optisch abwechslungsreicher aus als die vorangegangenen drei Teile, doch die wunderlich-aufwändige, als «The Machine» bekannt gewordene Bühnenkonstruktion von Carl Fillion und seinem Team wirft nach wie vor mehr gestalterische Probleme auf, als sie zu lösen vermag. So fragte man sich am Ende des letzten Abends, was der ganze technische Aufwand letztlich an Mehrwert gebracht hat.
Beispielhaft für die Schwächen der Regie war die Eröffnungsszene des zweiten Akts. 1985, in San Francisco, hatten Walter Berry als Alberich und John Tomlinson als Hagen eben diese Szene in der Inszenierung von Nikolaus Lehnhoff zum entschleunigten, packenden Zentralmoment des gesamten Werkes werden lassen. Hier nun gab der Vorhang mit dem Einsetzen der Musik den Blick auf sechs faschistoid anmutende Wachmänner frei, die auf Erkern der «Maschine» postiert waren. Kurz darauf durchmaß eine nervöse Gutrune die Bühne, bevor die Wachmänner wieder verschwanden und die Installation mit den gewohnten Ächz- und Knacklauten um die eigene Achse rotierte – um schließlich Hagen freizugeben. ...
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Opernwelt März 2012
Rubrik: Panorama, Seite 42
von David Shengold
Und wenn einer tritt, dann bin ich es; und wird einer getreten, bist du’s. Das Hohelied kapitalistischer Denkungsweise, mit dem das Publikum nach dem ersten Akt von «Mahagonny» in die Pause entlassen wird, dieses Credo der Zocker und Spekulanten, war vermutlich nie aktueller als heute. Und so trifft sich’s gut, dass die Wiener Staatsoper die moralinreiche...
Katastrophal. Man hört dieses Wort oft, wenn man derzeit mit Theaterleuten in Mecklenburg-Vorpommern spricht. Zu oft, um es als Jammerruf oder Panikmache empfindlicher Künstlerseelen abzuhaken. Es sieht tatsächlich nicht gut aus für die Bühnen zwischen Stralsund und Greifswald, Schwerin und Rostock, Neubrandenburg und Anklam. Anfang der neunziger Jahre hat das Land...
Genau ein Jahr nach dem ersten Band der Musiktheater-Schriften von Joachim Herz (OW 2/2011) sind die beiden Folgebände erschienen; die Auswahl hat der große Regisseur vor seinem Tod im Oktober 2010 noch selbst treffen können. Band II ist zunächst der italienischen (Schwerpunkte sind Verdi und Puccini), russischen und tschechischen (Janácek) Oper des 19. und frühen...
