Black is beautiful
Dass Bizets Carmen uns nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf der Kinoleinwand begegnet, ist wahrlich kein neues Phänomen. Schon 1954 hatte Otto Preminger den Stoff für einen abendfüllenden Spielfilm mit Dorothy Dandridge in der Titelrolle und dem jungen Harry Belafonte als Don José adaptiert. Von den Armenvierteln Sevillas um 1820 verlegte Preminger die tragische Love Story in ein Camp der U. S. Army, und aus dem Torrero Escamillo wurde ein Halbweltler, der sein Geld (und seine Frauen) als erfolgreicher Profiboxer verdiente.
Ein flottes «Carmen»-Musical mit dezent sozialkritischem Touch. Knapp dreißig Jahre später stellte Francesco Rosi den Fall Carmen an den Originalschauplätzen nach: In seinem mit Julia Migenes, Plácido Domingo und Ruggero Raimondi vokal luxuriös besetzten Lichtspiel scheute er weder Mittel noch Kosten, um das Melodram mit viel Pathos und historistischer Weichzeichnung zu bebildern – gefährliche Liebschaften in schönen Landschaften, blutige Leidenschaften unter blutroter Sonne.
Vor einigen Jahren hat man die Geschichte der legendären «cigarrera» auch auf jenem Kontinent entdeckt, mit dem Nietzsche sie einst metaphorisch assoziierte: in Afrika. Das unter ...
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Seit 1997 liegen die musikalischen Geschicke des Bologneser Theaters in mittlerweile weltweit gerühmten Dirigentenhänden. Daniele Gatti, Musikdirektor des Hauses, in Mailand geboren und dort am «Giuseppe Verdi»-Konservatorium in Komposition, Orchesterleitung, Klavier und Violine ausgebildet, zählt heute zu den meistgefragten Taktstockvirtuosen der mittleren...
Die legitime Erbin der von Spontini in die Welt gesetzten Vestalin war ein Erfolg sondergleichen. Doch wie so viele Werke des 19. Jahrhunderts, die den Zeitgeist trafen und das Publikum in Scharen anlockten, geriet auch Saverio Mercadantes «La Vestale» in Vergessenheit, obwohl sie nach der Uraufführung am 10. März 1840 in Neapel binnen fünf Jahren in Paris, Wien,...
Pierre Boulez bezeichnete einmal die Vertonung von Gedichten als «Lektüre mit Musik». Das war durchaus polemisch gemeint, und dahinter steckte eine Frage: Wen interessiert es überhaupt, wenn ein Komponist seine Klänge über einen Text gießt, der ohnedies vollendet ist und seine eigene Wort-Musik macht? Zwischen Kopie, Verfälschung und Innovation sind da viele...
