Servus Innsbruck: Brigitte Fassbaender

Zum Ende der Spielzeit beendet Brigitte Fassbaender ihre Zweitkarriere als Intendantin des Tiroler Landestheaters

Opernwelt - Logo

Nur geborgt sei dieses Amt, betont sie immer wieder. Und dann ist doch eine Dauerleihgabe daraus geworden: Dreizehn Jahre lang amtiert Brigitte Fassbaender schon als Intendantin des Tiroler Landestheaters in Innsbruck. Ein Opernstar an der Theaterspitze, das hat nach wie vor Seltenheitswert. Wolfgang Windgassen probierte es einige Jahre in Stuttgart, Plácido Domingo leiht den Häusern in Washington und Los Angeles vor allem seinen Namen und seine Popularität. Vor diesem Hintergrund ist Brigitte Fassbaenders Ära tatsächlich eine Ausnahme.

«Ein schöner Sonderfall» – wie sie selbst ihre Zweitkarriere charakterisiert.

Diesen Sommer sagt die Sängerinnen-Legende ihrem Theater Servus. «Jetzt ist es auch genug», meint sie in ihrem trockenen, immer leicht (und nur äußerlich) unwirschen Ton. «Jetzt würde man anfangen, sich zu wiederholen, jetzt hat man seine Kreise ausgeschritten.» Hineingekniet hat sie sich ins Innsbrucker Geschehen. Hat nicht nur Oper inszeniert (das tat sie bereits vorher), sondern auch Schauspiel. Zudem schrieb sie Musical-Libretti und trat immer wieder als Moderatorin auf. Anderen Intendanten, die ihr Haus so eng mit ihrer Person verknüpfen, die sich à la Ioan Holender ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2012
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
Der Musik den Vortritt

Als Verdi das Attentat auf den schwedischen König Gustav III. aufgriff, hatte er die politische Sprengkraft eines Königsmords auf offener Bühne unterschätzt. Prompt lehnte die Zensur das Werk ab und bestand auf der Entschärfung des Librettos. So musste die Handlung notgedrungen ins nordamerikanische Boston verlegt werden, denn die Ermordung eines Gouverneurs im...

Editorial

Rollendebüts sind keine Sache, die man allzu hoch hängen muss. Oft sind sie heute nur Teil einer PR-Masche. Sängerinnen und Sänger werden in der Regel besser, wenn sie ein Stück mehrfach gemacht haben. Deshalb gab es einmal den Weg von der Provinz (wo man Partien ausprobierte, sie eroberte oder eben wieder ablegte) zu mittleren und dann zu großen Häusern. In...

Heiliger Ernst

Eine Produktion im Zeichen des Abschieds: Intendant Johannes Reitmeier schenkte sich und dem Publikum zum Finale die Kaiserslauterner Erstaufführung (!) des «Parsifal». Wie gut das Haus bestellt ist, das der 49-Jährige bei seinem Wechsel nach Innsbruck hinterlässt, zeigt ein Blick auf die vier abschließenden Musiktheater-Produktionen: neben Wagners...