Britischer Mozart - gestern und heute
In Sachen Selbstvermarktung geben uns die englischen Theater ein nachahmenswertes Beispiel. Die Londoner Covent Garden Opera hat unlängst das DVD-Label Opus Arte übernommen, nun startet das Glyndebourne Festival eine eigene CD-Reihe mit historischen und neueren Mitschnitten.
Der Auftakt mit der Erstveröffentlichung von «Le nozze di Figaro» aus dem Jahr 1962 ist vielversprechend, auch was die repräsentative Aufmachung angeht: Ein üppiges Booklet enthält das Libretto in vier Sprachen und zahlreiche Porträt- und Szenenfotos, allerdings keine Texte zu den Sängern und zu der Aufführung selbst.
In Glyndebourne war 1962 die Mozart-Welt noch in Ordnung. Die Produktion des «Figaro» stand ganz im Zeichen von Tradition und Kontinuität. Carl Ebert, der achtundzwanzig Jahre zuvor die Geschichte des Festivals mit einer Inszenierung desselben Werkes eingeleitet hatte, führte wiederum Regie, und der Schweizer Dirigent Silvio Varviso setzte die Linie von Fritz Busch und dessen Nachfolger Vittorio Gui fort, zeigte dabei aber durchaus eine eigene Handschrift. Seine Auslegung der Partitur ist geprägt von Heiterkeit und Schwerelosigkeit, die komponierten aggressiven Untertöne machen sich nur diskret ...
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