Samiel, hilf!
Wir sind nicht fröhlich oder traurig. Wir sind fröhlich oder gewalttätig.» So hat Stephen King, der king of horror, das amerikanische Lebensgefühl einmal zugespitzt. Disneyland und Todesstrafe. Mörderische Spaßgesellschaft. Aus dieser Richtung scheint sich in Köln Regisseur Viestur Kairish dem Weber’schen «Freischütz» genähert zu haben. Der Wettstreit zwischen Bauern und Jägern wird spielerisch mit Paintball-Gewehren ausgetragen, während zuckerwattesüße Blondchen das putzige Heim in Schuss halten. Und lächeln, was das Zeug hält, komme, was da wolle.
Mit Grausen gedenkt man der «Frauen von Stepford» aus Ira Levins gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1972, in dem die Heldin Joanna in ein vermeintliches Kleinstadt-Idyll gerät und entdeckt, dass die gefügigen Gattinnen allesamt Roboter sind. Im Roman wird Joanna dasselbe Schicksal zuteil. In der Verfilmung von 2004 mit Nicole Kidman, heute bekannter als das Buch, kommt sie davon. Was das mit dem «Freischütz» zu tun hat? In Köln wünscht sich Agathe, die einzige «normale» Frau auf der Bühne, sehnlichst ein anderes Leben als das eines solchen sprichwörtlichen «Stepford wife». Max, bei dem Zweifel an seiner Männlichkeit Aggressionen auslösen ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Wiebke Roloff
Herr Eiche, erst Mannheim, dann Wien, jetzt München: Sind Sie ein Ensemblemensch?
Die Erfahrungen in Mannheim waren sehr wichtig für mich, weil ich dort von Anfang an auch große Rollen singen durfte. Das hat mich sehr geprägt. Außerdem finde ich die Arbeit im Ensemble irgendwie spannender, ich kann die Aufgaben da mit meinen Kollegen über Jahre hinweg...
Keine zwei Jahre ist George Benjamins «Written on Skin» alt – und schon so etwas wie ein Klassiker. Seit der bejubelten Uraufführung 2012 in Aix-enProvence hat das Werk des Messiaen-Schülers einen regelrechten Triumphzug angetreten: Schon die Uraufführungsinszenierung von Katie Mitchell wurde nach Amsterdam, London, Toulouse und Florenz und München weitergereicht....
Herr Köhler, Sie werden Ihren Intendantenvertrag an der Oper Halle 2016 auslaufen lassen. Warum wollen Sie Ihr «Heimathaus» nach drei Jahrzehnten verlassen?
Weil ich die Kahlschlagpolitik der Landesregierung nicht mittragen kann. Als sich im Frühjahr 2013 abzeichnete, dass in Dessau, Eisleben und Halle die Theateretats drastisch zusammengestrichen werden sollen,...
