Pountneys Pakete
Abseits des Hauptstadtgeschehens um Covent Garden und English National Opera wird das Operndasein im Vereinten Königreich vom Tourneebetrieb bestimmt. Die Welsh National Opera bildet da keine Ausnahme. David Pountney leitet die Geschicke der walisischen Kompanie seit 2011. Sein bescheidenes Büro im Wales Millenium Centre von Cardiff – kein Vergleich zu dem luftigen Zimmer mit Seeblick bei den Bregenzer Festspielen, in dem er dieses Jahr zum letzten Mal sitzt – ist bezeichnend für den Stellenwert, den Oper derzeit in Großbritannien «genießt».
Die 1945 gegründete WNO konnte sich zwar kräftig mausern, als die Künste auch auf der Insel noch großzügiger subventioniert wurden. Heute ist die Lage schwierig. Und Pountney rechnet damit, dass es eher noch schlechter wird.
Deutsche Opernhäuser können sich vor Ort eine loyale Fangemeinde aufbauen. Eine Reisekompanie wie die WNO kann das nicht. Sie muss immer wieder eine überschaubare Gruppe der Opern-Enthusiasten in ihre Gastspielstätten locken. Mehr noch: Sie muss ihr Publikum möglichst dazu bewegen, Karten für alle Produktionen zu kaufen, die sie im Gepäck hat. Statt auf Treue muss man sich auf Qualität als Lockstoff verlassen, müssen ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Tom Sutcliffe
In den 1950er-Jahren war Rosanna Carteri (*1930) eine der gefragtesten italienischen Sopranistinnen im lyrischen Fach, sang an der Mailänder Scala und bei den Salzburger Festspielen, spielte zahlreiche komplette Opern ein und wirkte in mehreren Fernsehopern der RAI mit. Ihr Repertoire reichte von Pergolesi bis Gilbert Bécaud («L’Opéra d’Aran»), zu ihren Glanzrollen...
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Franz Mazura – der Sänger-Schauspieler» – so lautet der Titel einer Festschrift, die zu seinem 80. Geburtstag erschien. Das trifft den Sachverhalt in doppeltem Sinne. Denn Mazura, 1924 in Salzburg geboren, war während der letzten sechs Jahrzehnte nicht nur einer der wichtigsten singenden Darsteller auf der Opernbühne, er war – und das kommt nur selten vor – Sänger...
