Heisse Tage
Ach, Israel! In der Jerusalemer Altstadt feiern Familien ausgelassen Bar Mizwa, Pilger steigen staunend bergan zur Grabeskirche, und in den schattigen Gassen des arabischen Viertels hängt schwer der Duft nach Leder und Gewürzen. Kühl rinnt die Zitronenlimonade die Kehle hinab. «Israel ist mehr als ein Krisengebiet», sagt uns Tourismusminister Uri Landau, als wir Mitte Juni in der Pressekonferenz zum Israeli Opera Festival sitzen.
Der Weg hinunter zum Massada-Felsen führt durch das Westjordanland.
Jüdische Siedlungen thronen auf Hügeln, Außenposten in der Autonomieregion, der palästinensischen Westbank. Weit schweift hier der Blick. Auf die Jordanischen Berge, die im Dunst dunkel schimmern. In Richtung Jericho, der ältesten Stadt der Welt, die kein Israeli betreten darf. Still liegt sie in der Sonne. Doch vielleicht wird dort gerade jetzt eine Razzia durchgeführt, auf der Suche nach den drei Talmudschülern, deren Entführung noch eine Vermutung ist. Die größte Militäraktion seit Jahren. Tausende Soldaten sind im Einsatz. Zerstörte Infrastruktur. Hunderte Verhaftungen. Auch Tote, jetzt schon.
Mitten in der Wüste, im Nichts aus Sand und Steinen hat man die Champs-Elysées nachgebaut. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2014
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Wiebke Roloff
Von schnödem Mammon und männlicher List verführt: Die tragische Geschichte der Manon Lescaut besitzt seit jeher eine prekäre Nähe zum B-Movie-Kitsch. In Jonathan Kents Inszenierung der gleichnamigen Puccini-Oper am Londoner Royal Opera House wird sie wie ein solcher Film erzählt. Der Niedergang der Titelheldin – Kristine Opolais gibt sie mit umwerfender Bühnen-...
Christa Ludwig meint, als Mezzo-Sopran könne man überall dabei sein und alle ständig ärgern. Hat sie Recht?
Es stimmt schon, dass man als Mezzo ein bisschen lockerer bleiben kann. Bloß als Octavian, der die ganze Zeit auf der Bühne steht, nützt einem das auch nicht viel. Ich gebe gern zu, dass ich manchmal ein bisschen neidisch auf die Soprane bin – und auf die...
Der Komponist Gerhard Stäbler (Jahrgang 1949) gehört zu den Künstlern, die auf Messers Schneide operieren. Die gleichermaßen der angeblich reinen Autonomie des Ästhetischen (zumal der Systemgläubigkeit der Darmstädter Serialismus-Schule, die so monolithisch-dominant freilich gar nicht war) wie der Traditionsgattung Oper misstrauen, aber auch dem postmodernen...
