Sommerliches Schneegestöber

Kaiserslautern, Mozart: La finta semplice

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Draußen Hundstage, drinnen schneit’s. Regisseur Joachim Rathke siedelt Mozarts «Finta semplice» im Hotel «Stella Alpina» in den norditalienischen Bergen an. Bröckelnder Jugendstilputz an den Wänden. Mauerdurchbrüche, manche verschlossen, manche mit Mo­saik­kacheln aus den fünf­ziger Jahren. Das Hotel hat schon bessere Zeiten gesehen. Betrieben wird es von Mozarts drei Geschwistern, aus den einquartierten Soldaten sind zwei Carabinieri geworden, aus dem Kammerzoferl ein Zimmermäd­chen.

Und weil ein Hotel ganz ohne Gäste eine traurige Angelegenheit wäre und das Stück schließlich eine Opera buffa ist, gesellt man in Kaiserslautern dem Personal noch eine russische Gräfin zu, eine stumme Rolle, sowie eine ebenso schweigsame Köchin.
Joachim Rathke lässt ein Uhrwerk abschnurren. Die Sache hat Tempo, Witz, und doch bleibt ein schaler Nachgeschmack. Das ganze Treppauf, Treppab, Kostüm an, Kostüm aus kann letztlich nicht verbergen, dass man mit dem Stück nicht wirklich etwas anzufangen weiß. Zu wenig befragt man die Partitur des Salzburger Knaben. «La finta semplice» ist eine Opera buffa mit bisweilen sehr schwermütigen Zwischentönen. Rosina, die Schwester von Fracasso, des Capitano der ...

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Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Panorama, Seite 61
von Thomas Rothkegel

Vergriffen
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