Aus der Werkstatt
Herr Piernay, wie gerüstet muss ein Sänger sein, wenn er ins Konzert- und Opernleben einsteigt, und wie weit bekommt er dieses Rüstzeug in der Hochschule mit?
Junge Sänger wissen oft sehr wenig über die musikalische und technische Seite des Gesangs, wenn sie ihr Studium an einer Hochschule beginnen. Wenn ein Pianist an eine Hochschule will, muss er anspruchsvolles Repertoire spielen können, sonst wird er nicht aufgenommen. Der junge Instrumentalist hat vermutlich mit dem Klavierspielen angefangen, als er fünf war.
Aber Sänger, besonders Männer, die erst nach dem Stimmwechsel richtig anfangen können – wenn sie nicht aus Knabenchören kommen, was zwar musikalisch sehr bildend, aber gesangstechnisch problematisch sein kann –, wissen über das Singen oft gerade so viel, wie sie glauben, sich von Pavarotti-Aufnahmen abgehört zu haben. Deswegen kann es natürlich auch unter den relativ Begabten viele Fehlentwicklungen bereits vor Studienbeginn geben. Zu sagen, dass Anfängerunterricht weniger bedeutsam ist als der Unterricht im Hochschulstudium, ist ein schwerer Irrtum. Es gibt Privatlehrer, die da wirklich hervorragende Grundlagenarbeit leisten. Gesangsunterricht basiert immer bis zu einem ...
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In gewissem Sinn schon. Denn man kann diesen Beruf nirgends lernen. Wer wird denn Operndirektor? Da sind einmal die Sänger am Ende einer Karriere, weil sie sich auskennen im...
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Utopie Nummer 1: Ich träume von einer Zukunft, in der das System internationaler Koproduktionen, dieser ganze internationale Opern-Supermarkt zusammenbricht. Dann werden wir uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist: statt Allgemeingültigem etwas ganz Spezielles zu erschaffen, mit speziell ausgewählten Künstlern an einem speziell ausgewählten Ort für ein ganz...
