Der Vulkan aus dem Bidet
Wer aus geordneten deutschen Opernverhältnissen kommt, dürfte verblüfft, vielleicht sogar entsetzt sein über das, was die schlimmsten Vorurteile gegenüber südlichem Schlendrian bestätigt – und dann noch erstaunter, was in diesem chaotischen Umfeld trotzdem möglich ist. Es muss zum besseren Verständnis kurz beschrieben werden. Nehmen wir das Teatro Bellini in Palermo (nicht zu verwechseln mit dem Teatro Massimo Bellini, dem Opernhaus von Catania).
Das Kammertheater mit vier Rängen ist keine Schönheit, links oben in einer Feuerwand bereitet nur den ortsunkundigen Zuschauern ein erleuchtetes Fenster ein gewisses Befremden. Es gehört zu einer Küche, deren Köchin sich bisweilen interessiert herauslehnt und deren Düfte (und Geräusche) sich mitunter im Bühnenraum bemerkbar machen und der Szene einen surrealistischen Hauch verleihen – wenn in der jüngsten Uraufführung die aus virtuellen und dreidimensionalen Komponenten zusammengesetzte Szene nicht ohnehin schon reichlich surreal gewesen wäre.
So ungewöhnlich das Theaterchen Bellini in der Altstadt Palermos ist, so tragisch ist die Situation des Teatro Massimo, des Opernhauses, das diese Uraufführung ausrichtet. Nach der legendären, von ...
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Glücklicher Kalaf: Er hat nur drei Rätsel zu lösen und darf sich danach am Ziel wähnen. Armer Zuschauer: Er wird in Günter Krämers neuer «Turandot»-Inszenierung mit Rätseln zugeballert und ist am Ende keineswegs aufgeklärt. Unterstellen wir mal, dass sich Krämer vieles genau überlegt hat. Doch ächzt diese Aufführung bis zum Schluss unter der Fülle ungelöst...
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Wieler: Ich kannte das Stück noch nicht, als ich für die Amsterdamer Produktion eingeladen wurde, obwohl wir in Stuttgart den «Titus» schon inszeniert hatten. Damals hatte ich noch etwas Angst vor dem Operngenre. Ich dachte lange, dass ich nie eine Oper inszenieren könne, aber...
