Und immer wieder Octavian
Mit ihrem Rosenkavalier werde die Musikwelt «stimmlich und darstellerisch auch in besonderen Fällen rechnen können», prophezeite die Grazer «Tagespost» am 9. November 1949 nach dem sensationellen Debüt der erst 25-jährigen Hertha Töpper im dortigen Opernhaus. Und in der Tat: Der Octavian wurde die zentrale, wurde die Schicksalspartie in der Karriere der vielseitigen, Jahrzehnte lang auf der Opernbühne wie auf dem Konzertpodium gleichermaßen erfolgreichen und beliebten Altistin mit der so wunderbar kantabel durch die Register geführten sonoren Stimme.
Wir besuchten die Sängerin in ihrer im Zentrum ihrer Wahlheimat München, unweit des Bayerischen Nationaltheaters gelegenen hellen Altbauwohnung, wo sie uns kurz vor ihrem 85. Geburtstag, den sie am 19. April feiern wird, in einem langen, ausführlichen Gespräch aus ihrer reichen künstlerischen Vergangenheit erzählte.
Ihr Leben sei «ohne bewusste Zielstrebung», aber von Anfang an in konstanter Ausrichtung auf das Singen zugelaufen. Schon das Kleinkind hört auf dem Fußboden aufmerksam dem Unterricht des Vaters, eines Grazer Privatmusiklehrers, zu. Noten kann die junge Hertha Töpper eher lesen als Buchstaben, mit dreieinhalb erfolgt der ...
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