Weit draußen an der Sägemühle

Das schwedische Festival «Opera på Skäret» bezieht seinen Reiz aus der Divergenz zwischen Kunst und Natur

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Sanft kräuselt der Wind die Oberfläche des Sees. Schilf wiegt sich im Takt der Wellen. Endlose Wälder säumen die Ufer. Die Konturen ferner Berge zeichnen sich am Horizont ab. Ein Ort für erhabene Gefühle, für frei fliegende Gedanken. Die hatte auch der Sänger und Regisseur Sten Niclasson, als er vor zwölf Jahren erstmals dieses Ufer bereiste und unbedingt die Akustik der alten Sägemühle ausprobieren musste, die hier steht.

Bis in die sechziger Jahre hat man in den Bergen an der norwegischen Grenze Baumstämme geschlagen, über den See hierher geschwemmt, in Planken zersägt und zum Trocknen aufgebahrt. Jetzt traf erstmals menschlicher Gesang auf die nackten Wände. Niclasson war begeistert und wusste: Hier musste Oper gespielt werden. Eine Vision, die ihn jahrelang nicht losließ. Von zäher Kleinarbeit und unendlichen Verhandlungen mit dem Besitzer der Sägemühle, den lokalen Be­hörden und Sponsoren ließ er sich nicht entmutigen. Vor fünf Jahren eröffnete mitten in der schwedischen Provinz das Festival «Opera på Skäret».
Den Namen kann man mit «Oper an der Bucht» übersetzen, und das trifft den Charakter des Festivals, das jährlich für zehn Tage im August stattfindet, ziemlich gut. Denn ...

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Opernwelt November 2008
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Udo Badelt

Vergriffen
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