Die Liebe, das Meer und der Tod

Neuaufnahmen von Hector Berlioz’ «Les Nuits d’été» mit Stéphane Degout und Ian Bostridge

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Hector Berlioz’ Liederzyklus «Les Nuits d’été» ist seit jeher eine Domäne der Frauenstimmen. Aufnahmen von Sängern sind äußerst selten. Das ist erstaunlich, weil in den Rollengedichten Théophile Gautiers stets ein männliches Ich spricht. Berlioz selbst schlug eine Aufteilung auf vier Stimmlagen – Mezzosopran, Alt, Tenor und Bariton – vor, der aber nur Colin Davis (1969) und John Eliot Gardiner (1989) gefolgt sind. Christian Gerhaher hat den Zyklus zwar schon im Konzert gesungen, aber (noch) nicht aufgenommen.

Jetzt legt der französische Bariton Stéphane Degout, begleitet vom Originalklangensemble Les Siècles unter François-Xavier Roth, zum Berlioz-Jahr eine Einspielung vor, die ein neues Kapitel in der Interpretationsgeschichte von «Les Nuits d’été» aufschlägt.

Entscheidenden Anteil daran hat die mirakulöse Begleitung des kleinbesetzten Orchesters, bei dem die überdies auf Darmsaiten spielenden Streicher nicht wie so oft die sieben Holzbläser und drei Hörner übertönen. Roth sorgt für einen kammermusikalisch lichten, atmenden Klang, bei dem die Instrumente stets durchhörbar sind und dem vor allem die Naturhörner und die französische Oboe mit ihrem charakteristischen Timbre eine ...

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Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Uwe Schweikert

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