Alles offen, viel Metall
Im Barocktheater war alles ganz einfach: Man spielte in festen Bühnenbildern, mehrfach gestaffelten Prospekten aus Holz. Veränderte Schauplätze wurden durch Umgruppierungen dieser Elemente erzielt, zudem garantierte der «arco scenico», also die gebogene Struktur über dem Bühnenportal, als «natürlicher» Reflektor gute akustische Verhältnisse für das, was auf den Brettern gesungen wurde.
Noch mehr Resonanzräume öffneten sich, wenn – wie etwa im Markgräflichen Opernhaus von Bayreuth oder im Teatro sociale von Bergamo – zum Schrecken heutiger Brandschutzbeauftragter auch im Zuschauerraum vorwiegend Holz verbaut worden war. Aus den letzten Jahren gibt es zahlreiche Veröffentlichungen italienischer Denkmalschützer, die historische Theatergebäude genau vermessen haben, um den Geheimnissen gelungener Raumakustik auf die Spur zu kommen.
Als Zuschauer lieben wir es freilich – nicht erst heute – gern abstrakt, aus guten ästhetischen Gründen. Weit in die Tiefe geöffnete Bühnenbilder mit wenigen Metallelementen auf der Seite sind keine Seltenheit. Zwar geben Lehrbücher für den Bau von Fernsehstudios Anweisungen, welche Materialien akustisch vorteilhaft sind. Für die Ausarbeitung von ...
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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Einspruch aus dem Elfenbeinturm, Seite 75
von Anselm Gerhard
Auf das 24-Stunden-Spektakel hat er inzwischen keine Lust mehr. Alle vier «Ring»-Teile am Stück, zuletzt beim erfolgreichen China-Gastspiel im Herbst riskiert, das zehrt. Und trotzdem: Wagners Tetralogie, mit der einst alles begann im Dorf unterm Kranzhorn, bleibt das Rückgrat der Tiroler Festspiele. «Ich wäre doch ein idiotischer Intendant, wenn ich nicht darauf...
In der Kürze liegt die Würze, meint das Sprichwort. Die Engländer sagen’s ebenso prägnant, schließlich ist Shakespeare der Urheber der Wendung: «Brevity is the soul of wit», weiß Polonius in «Hamlet». Händel muss das Prinzip gekannt haben, als er seine Oper «Partenope» schrieb, die 1729 im King’s Theatre, Haymarket, uraufgeführt wurde: An Stelle von langwierigen,...
Im Grunde erzählt sie eine traurige Geschichte, diese Komödie oder, wie der Untertitel verheißt, dieses Ballet bouffon. Da wird einem hilflosen Wesen übel mitgespielt, und alle Welt lacht sich kaputt. Uraufgeführt wurde das Werk 1745 in Versailles anlässlich der Hochzeit des Dauphins Louis mit der spanischen Infantin Maria Theresia, die – was im Blick auf den...
