Schauerstück

Lang: Anatomy Theater Los Angeles / Roy and Edna Disney Theater

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Diese Uraufführung versprach eine grausige Geschichtsstunde. Die Story: Eine Prostituierte, Sarah Osborne, wird für den Mord an ihrem Ehemann und den zwei Kindern gehängt, die Leiche sodann öffentlich seziert. Tatsächlich floss in Bob McGraths Inszenierung von David Langs «Anatomy Theater» reichlich Kunstblut. Vor allem aber punktete die Los Angeles Opera im «Redcat» Theater (Roy and Edna Disney Theater) mit ­einem starken Stück, in dem es um zeitlose moralphilosophische Fragen geht.

Das Libretto hat der Komponist gemeinsam mit Mark Dion geschrieben, der auch die Bühne gestaltete.

Die unappetitlichen Begebenheiten kommen als himmelschreiendes Drama daher. Eine grelle Schauerwelt, in der naturgemäß der Henker, mit aggressivem Aplomb von Marc Kudisch gesungen, zunächst im Fokus steht. Den leblosen Körper Sarahs stellt er wie ein Krämer aus, befingert ihn mit obszöner Nonchalance. Ein fieser Baron namens Peel sucht in den Eingeweiden die Quelle alles Bösen. Robert Osborne singt diese Partie mit bestechender Verve, erschafft mit seinen hysterischen Ansprachen ein wahres Ungeheuer. Erkenntnisse der Wissenschaft nutzt er als Waffen in einem Rachefeldzug gegen die menschliche Rasse. Den ...

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Opernwelt August 2016
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Simon Williams

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