Gluck: Iphigénie en Tauride

London

Opernwelt - Logo

Ivor Bolton hat vor allem als Barockspezialist Karriere gemacht – an Orgel und Cembalo sowie am Dirigentenpult. Seine Interpretationen zeichnen sich heute durch einen eminent persönlichen Stil aus. Er ist weit davon entfernt, bloß die jüngsten Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis zu exekutieren. Glucks «Iphigénie en Tauride» hat Bolton schon oft dirigiert (etwa in Salzburg und Glyndebourne) und dabei mehrmals mit Susan Graham in der Titelrolle zusammengearbeitet.

Nun ist er mit dem Stück nach längerer Pause ans Royal Opera House zurückgekehrt – auf Wunsch von Musik­chef Antonio Pappano, dem eine Aufführung mit «alten» Instrumenten vorschwebte. So trat Bolton in London für Gluck mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment an (während er das vorklassische Repertoire in München meist mit einem «normalen» Opernorchester einstudierte:  dem Orchester der Bayerischen Staatsoper).
Boltons solides, inspirierendes Dirigat entpuppte sich als Highlight einer Produktion, in der Susan Graham und Simon Keenlyside (zumindest am Premierenabend) eigentümlich distanziert wirkten. Keenlyside sang die Partie des Orest farb­los, ohne dramatischen Impetus und Tiefgang. Graham war als ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2007
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 48
von Tom Sutcliffe

Vergriffen
Weitere Beiträge
Willkommen im Gefängnis der Ehe

Die Komische Oper bemüht sich neuerdings auffällig, Kontinuität in der Tradition ihres Hauses herauszustellen. Während man auf Symposien über die Gemeinsamkeiten von Calixto Bieito und Walter Felsenstein diskutieren lässt und der Pausengast um Bronzetafeln zur Geschichte des Hauses und die Büste des Gründers nicht mehr herumkommt, inszeniert Andreas Homoki jene...

Balance und Extreme

Die Vorbereitung beginnt im Booklet. Bevor man Jacobs’ «Don Giovanni»-Einspielung hört, sollte man sein fiktives Gespräch mit sich selbst lesen. Dort rechnet er mit den romantischen Mythisierungen ab, denen diese Oper seit E. T. A. Hoffmann ausgesetzt war, er setzt sich mit Tempofragen auseinander und hilft, die Figuren zu charakterisieren. Außerdem erklärt er,...

Akzentuiert und ausgewogen

«Ich versuche, bereits bei den ersten Proben die Partitur so verständlich zu machen, dass die Musiker – und durch sie auch die Zuhörer – alle Details hören können, die zu dem Werk gehören. Deswegen arbeite ich mit dem Orchester immer sehr ausführlich an der Artikulation und der Balance zwischen den einzelnen Instrumentengruppen.» So antwortete Simone Young kürzlich...