Goldmark: Die Königin von Saba
Kleine Opernhäuser leben im Spagat. Einerseits sind sie für kulturelle Basisversorgung zuständig, sprich, sie müssen ihrer Stadt samt Umland früher oder später eine «Bohème» anbieten, und auch ein Musical wird gelegentlich erwartet. Andererseits brauchen sie als Legitimation überregionales Echo. Das klappt eigentlich nur durch konstante Arbeit am Niveau und durch Stücke, die man sonst nirgends erleben kann.
Wenn beides zusammenkommt, sind alle froh: die Stadtväter darüber, dass sie richtig investieren; die Künstler darüber, dass sie sich nicht nur regional verausgaben, und die angereisten Kritiker, dass sie Ohren und Augen nicht zudrücken müssen.
In Magdeburg konnte man die Ohren weit offen halten. GMD Gerd Schaller und Christof Hilmer, der Chordirektor, haben Karl Goldmarks «Königin von Saba» sorgfältig einstudiert. Genau austariert ist nicht nur die Balance zwischen Bühne und Orchestergraben. Auch die Klangfarben der einzelnen Instrumentengruppen sind es. Der Chor weiß genau, wann welche Dynamik, welche Artikulation ansteht. So nimmt man den einstigen Bestseller nicht als schwülstigen Makart-Ableger wahr, sondern hört in seine Feinstruktur hinein. Die Solisten gehören allesamt ...
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