Verbeugung vor der Tradition

Peter Ruzicka verabschiedet sich als Intendant der Münchener Musiktheater Biennale – mit Arbeiten von Detlev Glanert, Samy Moussa, Marko Nikodijevic, Hèctor Parra und Dieter Schnebel

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Hübsch ist der Tod. Sexy, ob im Pailletten-Fummel oder im Weißkittel als Dottoressa Mirakel. Vor allem aber: Er ist die heiße Affäre jenes Mannes, der nun aus dem Schattenreich zurückkommt – und vielleicht, wenn die Liebe der im Diesseits verbliebenen Mutter oder seiner Gattin stark genug ist, wieder unter die Lebenden darf. Ein Mann, drei Frauen, man ahnt es schnell, dass es kein Happy End geben kann. Ein wenig hat es gedauert, 14 von 17 Festivaltagen, um genau zu sein, dann war der Erfolg da. Eine Uraufführung mit doppelter ­Finalwirkung.

«Das geopferte Leben», dieser umgekrempelte Orpheus-Mythos von Hèctor Parra, war nicht nur die letzte Produktion der diesjährigen Münchener Biennale, sie markierte zugleich das Ende der Ära von Peter Ruzicka. Vieles könnte man folglich in den Neunzigminüter, der mit Barockem und Modernem jongliert, hineingeheimnissen, Grundsätzliches, Bilanzierendes. Und einem solchen leisen Denker wie Ruzicka ist zuzutrauen: Genau das hat er auch beabsichtigt.

Bemerkenswert vor allem beim 14. Durchgang dieses weltweit einzigartigen Festivals: So viel schnell (Er-)Fassbares war lange nicht. Eine Biennale, die sich nicht mutig ins Irgendwohin bewegte, sondern vor ...

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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Markus Thiel

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