Kostümschau
Am rechten Bühnenrand macht sich’s ein Tenor gemütlich. Schraubt die Thermoskanne auf, trinkt mit der Kollegin Tee, stört sich nicht am Filmteam, das im kalten Arbeitslicht seine Gerätschaften aufbaut. Und erst recht nicht an Dirigent Kent Nagano, der, bereits befrackt, zur letzten Besprechung auf die Bühne eilt. Maurice Ravels «L’Enfant et les sortilèges» als Set-Besuch, so dass wir teilhaben können am Werden dieses Märchenwunderwerks, das könnte als Idee schon einleuchten.
Doch der polnische Regisseur Grzegorz Jarzyna belässt es an der Bayerischen Staatsoper bei der bloßen Behauptung. Die Filmchiffre wird nicht weitergeführt, viel schlimmer: Der bezaubernde Vierzigminüter ertrinkt im Ausstattungsstrudel. Dabei hätte dieser Doppelabend beste Voraussetzungen geboten. Denn Ravels Einakter und Alexander Zemlinksys «Der Zwerg» sind tatsächlich enger verwandt, als es die Spielplan-Gestalter bislang wahrhaben wollten. Hier der böse Bub, der Tiere quält und doch einsichtig wird. Und dort ein Buckliger, der sich in eine mit ihm spielende Prinzessin verliebt, um schließlich an der Realität seiner Existenz zugrunde zu gehen. Geschichten über Reifeprozesse sind das, über Selbstbewusstwerden ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Markus Thiel
Kasan, die Hauptstadt der Tatarischen Republik, ist heute eine offene, grundsätzlich zweisprachige Metropole. Die Zeiten gewalttätiger Russifizierung unter Iwan dem Schrecklichen oder interkonfessioneller Kämpfe scheinen vergessen. Die im Kasaner Kreml neu errichtete Moschee Kul-Scharif mit acht Minaretten leuchtet mit Würde, strahlt metropolitanen Luxus aus. Die...
ARTE
1./7.4. – 6.00 Uhr
Il Giardino Armonico.
Jubiläumskonzert in Würzburg zum 25-jährigen Bestehen des Orchesters.
1.4. – 7.30 Uhr (Teil 24)
2.4. – 8.25 Uhr (Teil 24)
Little Amadeus.
Zeichentrickserie über die Abenteuer des jungen Mozart. 24. Sternschnuppen.
3.4. – 6.00 Uhr
Eine Musikstunde mit Kenneth Gilbert.
Der Cembalist Olivier Baumont und sein Lehrer Kenneth Gilbert...
Das Schicksal des «Deutschen Miserere» von Bertolt Brecht und Paul Dessau ist denkwürdig. Umso mehr, da es erst jetzt, sieben Jahrzehnte nach seiner Entstehung, auf einer Opernbühne erscheint. Das packende Stück war als Oratorium gedacht, entstand während des Zweiten Weltkriegs im US-amerikanischen Exil, wurde aber erst 1966 in der DDR konzertant aufgeführt, 1989...
