Utopisch vergnügt
Kennt man nicht, will man nicht
Von Glanz und Elend des Operettenbetriebs
Die Operette lebt, weil sie unsterblich ist. Oder?» Das sagte einmal ein nicht ganz unwichtiger Komponist der «Heiteren Muse», Robert Stolz. Und gab damit die Antwort auf einen Wiener Miesepeter namens Hans Weigel, der in den sechziger Jahren glaubte, das Ende der Operette konstatieren zu müssen. Eine weitere Antwort gab man in Bad Ischl. Dort rief man Operettenwochen aus, die bis heute munter existieren und sich den attraktiven Titel «Lehár-Festival» zulegten.
Lehár wohnte bekanntlich die meiste Zeit seines Lebens in Ischl. Seine prächtige Villa an der Traun ist heute ein Museum, vollgestopft mit Souvenirs, Dokumenten, Möbeln und Geschenken aus der weiten Welt, die Verehrer des Meisters ihm zukommen ließen. Also alles perfekt? Ischl für Lehár, was Bayreuth für Wagner?
Ganz so einfach ist es nicht. Wenn der bewundernswerte Operettenkenner und -freund Volker Klotz immer wieder Operettentitel einklagt, die von den gegenwärtigen Theatern gröblich missachtet werden, so hat er in der Sache selbst vollkommen Recht, aber er übersieht dabei die Realität, sprich: das Operettenpublikum. Wer jahrzehntelang die ...
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Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 88
von Gerhard Rohde, Volker Klotz
Salustia liebt ohne Berechnung, ohne Überspanntheit, ohne Egoismus. Sie ruht in sich und wächst mit den Herausforderungen des Schicksals. Sie erkennt, wie schwer es ist, im Umfeld der politischen Intrigen des römischen Kaiserreiches integer zu bleiben oder einfach nur ein guter Mensch. Dabei ist sie nicht devot oder eine Heilige, auch sie kennt die Versuchung,...
Eine Repertoireaufführung von Massenets «Werther» an der Bayerischen Staatsoper. Kaum freie Plätze, nach «pourquoi me réveiller» gibt es unvorgesehenen Zwischenapplaus für Piotr Beczala, am Ende lang anhaltenden Jubel. Dieser Werther fasziniert durch die Spannung zwischen konzentrierter Energie und scheuem Zartgefühl, zwischen Empfindsamkeit und auflodernder...
Die Bilanz, die der französische Musikwissenschaftler Benoit Dratwicki im Booklet von Hervé Niquets Einspielung der «Proserpine» zieht, ist ernüchternd. Trotz der Begeisterung, die William Christies Produktion des «Atys» 1987 ausgelöst habe, hätten die Opern Jean-Baptiste Lullys bislang noch immer nicht zu breiterer Anerkennung gefunden. Immer noch würden einige...
