Apropos... Stilles Wirken
Herr Farnes, es ist ja recht still um Sie. Ihr Agent meinte, Sie gäben nicht gern Interviews.
Ach, wenn jemand mit mir sprechen möchte, helfe ich gern aus. Aber es stimmt, Selbstvermarktung ist mir unangenehm. Vielleicht bin ich auch einfach nicht ehrgeizig genug.
Wenn Ihnen Ruhm so wenig bedeutet: Wonach suchen Sie stattdessen?
Nach Zufriedenheit.
Wovon hängt die ab?
Davon, ob mir die tägliche Arbeit Freude macht. Vom Ensemblegefüge, den Beziehungen zu den Kollegen.
Wenn ich nach vollbrachter Arbeit weiß, dass wir gemeinsam das Beste aus uns herausgeholt haben: Dann bin ich zufrieden.
Haben Sie deshalb während Ihrer Zeit als Generalmusikdirektor in Leeds praktisch nicht gastiert?
Mir fehlte in Leeds ja nichts. Im Gegensatz zu vielen Opernorchestern hat das der Opera North einen symphonischen Kalender. Es gibt eine überaus engagierte Education-Abteilung. Das Haus leistet sehr viel, gemessen am Budget. Da müssen alle hart anpacken, der Job wird zur Lebensaufgabe. Ich habe mich überall reingekniet: in die Programmgestaltung, das Casting, das Alltagsgeschäft, das ganze Klein-Klein. Was nützt ein GMD, der sich wie ein Gast verhält?
Ihre Amtszeit endete 2016 mit einem hochgelobten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Wiebke Roloff Halsey
Mit Wagner hat die Musik von Philippe Manoury eigentlich nicht viel zu tun. Jedenfalls beim ersten Höreindruck. Die strudelnden Ströme, die vulkanisch bebenden Flächen, das gleißende Licht und all die krachenden Gewitter, die Manourys Klangfantasie immer wieder freisetzen, bilden schon eine Welt für sich. Eine Welt, die dauernd in Turbulenzen zu geraten, ständig...
Ohne Umschweife steht die von Jetske Mijnssen realisierte Zürcher Inszenierung von «Hippolyte et Aricie» dazu, dass es sich bei der Oper Jean-Philippe Rameaus um einen Stoff handelt, der inhaltlich wie formal aus weit entlegener Vergangenheit stammt. Für sein Textbuch hat sich der Librettist Simon-Joseph Pellegrin auf eine Tragödie von Jean Racine gestützt, der...
Allzu oft bekommt man ihn nicht zu sehen, den «Ring» an der Met. Im April und Mai traten Nibelungen, Götter und Kohorten nach sechsjähriger Pause wieder an. Am Pult stand mit Philippe Jordan ein in New York selten anzutreffender Gast. Zur gespannten Erwartung trug auch Michael Volle bei, der nach seinem Rollendebüt als Wanderer im ersten der beiden Met-Zyklen auch...
