Frisch aus der Versenkung

Piccinni: Il finto turco in Vicenza

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Zwischen 1760 und 1780 genoss kein italienischer Komponist in Europa höheres Ansehen als der 1728 in Bari geborene Niccolò Piccinni (eigentlich: Nicola Vito Picinno). Mozarts Bemerkung in einem 1778 aus Paris geschickten Brief an den Vater, «dass ich so viell kann als [...] Piccini – obwohl ich nur ein Teütscher bin», spricht für sich. Heute steht von den mehr als hundert italienischen Opern Piccinnis allenfalls «Cecchina o la finta semplice» (1760) hier und da auf dem Spielplan (wenn wir einmal die für Paris komponierten tragédies lyriques außer Acht lassen).

So weckte die erste moderne (halbszenische) Aufführung der 1762 entstandenen Commedia per musica «Il finto turco» naturgemäß die Neugier aller, die sich für die Oper des späten 18. Jahrhunderts interessieren – zumal das Werk unter dem Dach des schicken Sommerfestivals «Settimane musicali al Teatro Olimpico» mit Rossinis «Il turco in Italia» gekoppelt war. Freilich wies dieser dramaturgische Fingerzeig in die Irre: Piccinnis tragikomische Oper ist mitnichten ein Vorläufer des Rossini-Hits. Interessanter war eine andere Entdeckung: der scheinbare Einfluss Piccinnis auf Mozart – eine Erkenntnis, die (seit Hermann Abert 1920 ...

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Opernwelt August 2009
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Carlo Vitali

Vergriffen
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