Glück auf dem Teller

Aus dem Theaterzirkus hat sich der Schweizer Tenor Christoph Homberger zurückgezogen – um in Zürich einen musikalisch-kulinarischen Salon zu eröffnen

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Für große Inszenierungen braucht es keine großen Bühnen. Ein Mann steht hinterm Herd, schwarzes T-Shirt, Schürze. Konzentriert schneidet er am Gemüse. Schnitt für Schnitt verwandelt er gelbe Karotten in elegante Würfel, und wie er das macht, ist ein kleines Kunststück: Jede Bewegung scheint bedächtig, fast ein chirurgischer Schnitt, aber das Ergebnis ist der Beweis für eine ungeheure Effizienz und Ästhetik. Kein Zweifel, dieser Mann ist Profi.

Der Mann ist Christoph Homberger.

Drei Jahrzehnte war er Teil des Kulturhochbetriebs,
unterwegs auf den berühmten Bühnen, als Sänger, Schauspieler, Theatererfinder und überhaupt vielseitig begabte Chamäleonfigur, über die Christoph Marthaler schreibt: «Solange ich Christoph Homberger kenne, ist er immer eine Gruppe von Hombergern gewesen.» Für die Ruhrtriennale machte er noch eine Produktion – «Sänger ohne Schatten», 2014 mit Boris Nikitin –, dann war genug. Das ständige Reisen, die Abwesenheiten von der Familie nervten ihn, das ist der eine Grund. Der andere: «Die Arbeitsbedingungen sind schwieriger geworden.» Mit Theaterhäusern, Managern, Regisseuren, und: «Ich habe Dirigenten erlebt, die nicht einmal einen Dreivierteltakt verständlich ...

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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Clemens Prokop

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