Gegen die Verflachung
Wenn man aus den großen Fenstern seines Hauses am Elbhang von Loschwitz nach Dresden hinüberschaut, hat man zwischen den hohen Bäumen zwei Pole seines Schaffens gerade im Blick: die Kreuzkirche und die Semperoper. Theo Adam, der am 1. August seinen 80. Geburtstag feiert, erhielt seine musikalische Grundausbildung im Dresdner Kreuzchor unter Rudolf Mauersberger, und an der Dresdner Semperoper debütierte der junge Bassbariton 1949 als Eremit in Webers «Freischütz». In dieser Partie wird er auch im Herbst 2006 wieder dort zu sehen sein.
«Ich finde es schön, wenn man uns Alte noch gebrauchen kann. Es gibt ja tatsächlich Partien wie den Schigolch, die man erst mit einem bestimmten Alter wirklich richtig gestalten kann. Als Bass war ich früher leider oft gezwungen, in ganz jungen Jahren schon alte Herren zu singen, das ist dann mehr Schminke als alles andere», berichtet Theo Adam.
In seines Lebens Mitte war er ein gefragter Don Giovanni, Figaro und Leporello. Edel-Classics hat zu seinem Geburtstag eine CD des ehemaligen VEB Deutsche Schallplatten mit Mozart-Arien wiederaufgelegt, in denen Adam kraftvoll und mit draufgängerischem Impetus besonders den Verführer Giovanni und den Rebellen ...
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