Das Geisterhaus

Magdeburg: Britten: The Turn of the Screw

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Dieses Stück bleibt ein Rätsel. Was passiert denn nun wirklich im einsamen Gutshaus Bly? Sprechen die Geschwister Flora und Miles mit Gespenstern, oder steigert sich ihre Gouvernante nur in Wahnvorstellungen hinein? Myfanwy Piper, die Librettistin von Benjamin Brittens «Turn of the Screw», hält es da mit Henry James, dem Autor der literarischen Vorlage: Der habe sich bewusst darauf beschränkt, eine Atmosphäre des Bösen zu schaffen, die jedermann nach seiner eigenen Fantasie deuten könne.

Auch Regisseur Christian von Götz und sein Ausstatter Lukas Noll gehen in ihrer Magdeburger Inszenierung diesen Weg, weigern sich, eindeutig zur Kindesmissbrauch-Frage Stellung zu beziehen.

Souverän kreieren sie die «Atmosphäre des Bösen» mit den Stilmitteln des klassischen Horrorfilms: Nebel wallen, es blitzt (donnert aber nicht), von Szene zu Szene mutiert der zunächst sommerlich-lichtdurchflutete Landsitz mehr zum Geisterhaus. Die Optik ist dabei zugleich historisch und heutig: Hohe Fenster und das edle Muster der silbrig schimmernden Tapete schaffen ein herrschaftliches Ambiente, Flora und Miles folgen dem Dresscode moderner Teenager. Zunächst meint man, ein Einheitsbühnenbild vor sich zu ...

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Opernwelt Dezember 2010
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Frederik Hanssen

Vergriffen
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