Ein Klangkörper, aus Einzelstimmen

Der Chor des Nationaltheaters Mannheim ist ein Traum. Das hat er wesentlich Tilman Michael zu verdanken

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Komödien wollen die einen, Tragödien die anderen, und eine weitere Riege singt flehend die lyrischen Gefühlsströme herbei. In Sergej Prokofjews «Liebe zu den drei Orangen» geht es kunterbunt zu. Neben einem verwirrend personenreichen Solistenensemble spaltet sich auch der Chor in mehrere «feindliche» Fraktionen auf.

Nicht nur, dass die Choristen hier für alle sichtbar als «Volk» agieren; sie sind zugleich Vertreter des Publikums, das die Stationen der Handlung temperamentvoll kommentiert und nach Kräften zu steuern versucht, wie es das witzig-selbstreferenzielle Sujet des (wichtige Theatermotive der Moderne vorwegnehmenden) barocken Stückeschreibers Carlo Gozzi und der Komponist verlangen.

Diese Art von Musiktheater bietet also lohnen­de Aufgaben für einen Chor, der nicht nur singen, sondern auch spielen will. Gerade das Richtige für den Mannheimer Opernchor, der sich mit wunderbarer Sicherheit in die flinke, turbulente Inszenierung von Cordula Däuper einfügt. Wendigkeit und Beweglichkeit sind gefragt. Die Sängerinnen und Sänger begnügen sich nicht damit, als klingende Wand an der Rampe oder im Hintergrund zu stehen. Jedes Glied der Gruppe übernimmt individuell Verantwortung, ...

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Opernwelt Jahrbuch 2014
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 122
von Hans-Klaus Jungheinrich

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John Allison
London
Opera, Sunday Telegraph

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