Durchwachsen
Alles beisammen: 47 Lieder von Maurice Ravel enthält die Gesamtausgabe, die das Billig-Label Brilliant Classics als Eigenproduktion vorlegt, sechs mehr als die 2003 erschienene Konkurrenz-Edition bei Naxos.
Mögen die Mélodies auch in Ravels Œuvre geringer wiegen als die Klavier- und Orchesterwerke und in der Geschichte der französischen Liedkunst hinter denen Debussys oder Poulencs zurückstehen, so lassen sie doch die Entwicklung seines Stils von den tastenden Versuchen des 18-jährigen Schülers am Konservatorium bis zu seiner letzten Komposition «Don Quichotte à Dulcinée» über 40 Jahre hinweg verfolgen.
Für den Hörer der vorliegenden Edition wird das allerdings mehr als einmal zu einer Prüfung, weil die vier Sänger oft ihre liebe Mühe mit den Ingredienzen des französischen Gesangs haben. Noch am besten zieht sich Christian Immler aus der Affäre: Mit geschmeidigem Ton und idiomatischer Artikulation singt er einige der «Chants populaires» und den kleinen «Don Quichotte»-Zyklus. Monica Piccinini hingegen verfehlt mit scharfer, überharter Stimme die Eleganz und Diktion dieser Lieder. Problematisch sind auch die Beiträge der Welschschweizerin Sophie Marilley – umso mehr, als ihr mit ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Uwe Schweikert
An vier Abenden und vier verschiedenen Orten spielte das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg im September 2012 «Moses und Aron»: in der Berliner Philharmonie, im Kultur- und Kongresshaus Luzern, «zu Hause» im Konzerthaus Freiburg, schließlich im Palais de la Musique et des Congres Strasbourg. Die von Sylvain Cambreling, dem langjährigen Chefdirigenten...
«Tut wu-a yeri enti / Waa wau yeri wenenet.» Schon die Sprache schafft Distanz. Echnaton, der Pharao mit den radikalen Ideen und der unstillbaren Sehnsucht nach dem Licht, preist den Schöpfer der Dinge und des Lebens, der die Menschen mit seinen Augen und die Götter mit seinem Mund schuf, (meist) in altägyptischer Sprache: «Perer en rem em yertif / Cheper netscheru...
Figaro ist los! Drei Monate lang hat sich Los Angeles unter dem Motto «Figaro Unbound» mit Ausstellungen, Seminaren, Theaterproduktionen und Filmprogrammen dem Geist der Französischen Revolution verschrieben und Beaumarchais’ Komödienvorlagen um die Figur des Figaro in den Mittelpunkt eines Festivals gestellt. Dessen Herzstück lieferte die Los Angeles Opera mit...
