Kalauer - arios eingefasst

Zürich, Gruber: der herr nordwind

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H(einz) K(arl) Gruber, der arrivierteste Unterhaltungskünstler unter Österreichs Komponisten, mit einer Oper nach einem Text von H. C. Artmann, dem Sprachvirtuosen par excellence – eigentlich eine exquisite Konstellation! Grubers Komponieren entzieht sich der Einordnung. Anleihen beim Jazz, Chansons oder avantgardis­tische Geräuscheskapaden, mal in simpler Melodik, mal von lateinamerikanischen Rhythmen umspielt – Gruber mischt die Ausdruckswelten virtuos, unverwechselbar und unorthodox.

Nun steigt der Komponist, Dirigent, Chansonnier, Schauspieler und Kontrabassist mit einem großen, gut zweistündigen Stück Musiktheater quasi auf einer anderen Ebene ein. Das Herbert von Karajan Centrum in Wien hatte dem heute Zweiund­sechzig­jährigen den Auftrag erteilt. Nachdem Gruber 1971 mit «Frankenstein» (nach Kinderreimen von Artmann) seinen bisher nachhaltigsten Treffer gelandet hatte, durfte man auf das Märchen vom armen Bauer Geppone gespannt sein: von jenem Geppone, der den Nordwind anklagt, weil dessen Stürme seine Ernte verwüsten, der zweimal von diesem und dessen Frau Holla ein Wunderkästchen geschenkt bekommt (Verwendungsart: Tischlein deck dich!), der zweimal vom gefräßigen Prior ...

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Opernwelt August 2005
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Hanspeter Renggli

Vergriffen
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