Phantombegriff, Zauberwort
Sinnlichkeit auf der Bühne und intellektuell-übersinnliche Diskurse schließen einander nicht aus. Zu Zeiten von «Regietheater» und «Postdramatik» geht es um Grundfragen zum Komplex Werk/ Werktreue. Haben die Begriffe noch Sinn? «Was ist Werk, was Treue?», lautet der Untertitel eines Buchs, dem ein Symposium von 2010 zugrunde liegt, Teil des Zürcher Universitätslehrgangs «Executive Master in Arts Administration». Dessen Leiter, der Österreicher Gerhard Brunner, Jurist, ehemals Musikkritiker in Wien, später Intendant der Oper Graz, fragt nach «Treue und Verrat».
Es geht um «eine neue und kritische Bewertung aller Schichten des Gesamtkunstwerks Oper» – ein Projekt, das angesichts der Liste referierender Fachleute Erkenntnisgewinn verspricht.
Wie viel Freiheit der Darbietung und wie viel Fantasie der Interpretation vertragen, erfordern die Kunstwerke des Musiktheaters? Brunner hat für die drei Abschnitte des Buchs, das er zusammen mit Sarah Zalfen herausgegeben hat, die Instanzen Wissenschaft, Kunst und Öffentlichkeit in Stellung gebracht. Und bietet auch Proben aus den jeweils nachfolgenden Podiumsdebatten. Wohin die Reise geht, deutet Brunner, der nicht zum konservativen Lager ...
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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Medien/Bücher, Seite 26
von Wolfgang Schreiber
Irgendwann wurde es der Primadonna zu bunt, und das slawische Temperament siegte über die Diplomatie. «Nichts als Lügen» überschrieb Edita Gruberova ihre Presseerklärung. Keine Rede könne davon sein, dass sie Verträge für 2015 unterschrieben habe – auch wenn der Intendant dies wider besseres Wissen öffentlich behauptete. Es bleibe bei ihrer schon Wochen zuvor...
Nach der 1999 veröffentlichten Keilberth-Aufnahme (München, live 1963) und der 1986 bzw. 1988 in zwei Teilen konzertant mitgeschnittenen Produktion unter Otmar Suitner liegt nun ein weiterer Live-Mitschnitt von Pfitzners «Palestrina» vor – aus der Oper Frankfurt.
Ein knappes Jahr nach der Premiere (Regie: Harry Kupfer, vgl. OW 8/2009) wurde im Juni 2010...
Das Detmolder Landestheater ist ein Schmuckkästchen, das gerade mal 650 Zuschauer fasst. Ideal für Barockes, Mozart und Rossini, möchte man meinen. Doch die Detmolder bescheiden sich schon seit einiger Zeit nicht mit dem, was vermeintlich angemessen scheint. Wagners «Ring des Nibelungen» haben sie bereits komplett im Spielplan, freilich in einer verkleinerten...
