Im Focus Dezember 2011
Das «Opernhaus des Jahres» hat sich zum Saisonstart etwas einfallen lassen: George Enescus
«Œdipe» ist ein aufwändiges Stück, das seine Zuschauer und Zuhörer keinesfalls sofort umarmt. Entsprechend selten sind die Aufführungen. La Monnaie in Brüssel wagt eine Neuproduktion. Seltene Koinzidenz in Baden-Württemberg: In Karlsruhe und Stuttgart sind mit dieser Spielzeit neue Leitungsteams angetreten – und beide setzten zur Eröffnung auf Hector Berlioz.
In Mannheim startet Altmeister Achim Freyer einen neuen «Ring», kurz nachdem sein Wagner-Projekt in Los Angeles zu Ende gegangen ist: Statt des maximalen Aufwands dort, geht nun alles ganz anders – und vor allem billiger. «Ring»-Zeit auch an der Oper Frankfurt und an der Metropolitan Opera. München setzt auf Stars und präsentiert (neben Rolando Villazón) Diana Damrau in den Frauenpartien des «Hoffmann». Das Festival im irischen Wexford feiert 60. Geburtstag – natürlich mit Raritäten. Das und mehr in unserem Focus-Teil.
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann
In gefühlten Es-Dur-Brechungen wallt es «Rheingold»-artig aus dem Orchestergraben herauf. Ein nächtlicher Highway schlängelt sich einer fernen Gebirgssilhouette entgegen. Vorn bricht ein Schwert durch den Asphalt: Excalibur. Ein Cadillac aus den Seventies parkt am Straßenrand. Das Warnlicht blinkt. Ein mittelalter, gedrungener Mann hat den Kopf auf das Lenkrad...
Liebe Gloria Davy, Mitte der 50er-Jahre gastierten Sie in Europa mit «Porgy and Bess». Ich habe 1955 eine der Vorstellungen im Hallenstadion von Zürich erleben können. Wie kam es zu dieser Produktion?
1955 nahte schon das Ende meiner Zeit mit «Porgy and Bess». Im Jahr zuvor hatte ich mich einem Ensemble in Cleveland (Ohio) angeschlossen. Damals ersetzte ich Leontyne...
Premieren von Humperdincks «Hänsel und Gretel» sind in der Vorweihnachtszeit eher Regel als Ausnahme. Diese jedoch hat es in sich. Sie markiert die Gründung der «Wanderoper Brandenburg» – eine Offensive, die überregionales Interesse verdient. Zur Zeit der Wende gab es in Brandenburg fünf Dreispartenhäuser. Geblieben ist davon ein einziges und mit ihm ein letztes...
