Jenseits der Interpretation?
Das Theater neu erfinden, mindestens! Irgendwie will Clara Hinterberger alles. Und zwar hier. Und jetzt. Irgendwie will sie aber auch gar nichts. Bei ihr gibt es alles gleichzeitig, gleichwertig, neben- und durcheinander. Anspruch und Attitüde. Chuzpe und Fatalismus. Hintersinn und Hilflosigkeit. Kunst? Leben? Liebe? Hass? Tod? Alles Material. Bausteine. Schlagwörter. Gedanken, Bilder, Ereignisse flottieren frei, ohne Anfang, ohne Ende, Richtung oder Ziel. Panta rhei, alles (ver-)fließt. Im Alltag, im Netz, im Kopf, auf der Bühne.
Wenn die junge Regisseurin über ihre Arbeit spricht, ist immer wieder von «Versuchsanordnungen» die Rede, von «fragilen Realitäten» und «Labyrinthen», durch die sich der Zuschauer seinen eigenen Weg bahnen müsse. Klingt irgendwie nach Dekonstruktion, Partizipation. Aber was heißt das für die künstlerische Praxis? Zumal, wenn die «Zukunft der Oper» auf dem Spiel steht?
Die Probe aufs theoretisch aufgerüstete Extemporieren war Ende Oktober an der Deutschen Oper Berlin zu besichtigen. Genauer: drei experimentelle Anverwandlungen von «Così fan tutte». Die Ausgangsfrage der an der Kunstuniversität Graz entstandenen szenischen Entwürfe lautete: Wie lässt sich ...
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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Albrecht Thiemann
Der «Ring» in Australien
Zwar gibt es auf dem fünften Kontinent drei Wagner-Verbände, doch ein kompletter «Ring»-Zyklus war bislang nur in Adelaide zu sehen. Nun hat Opera Australia die Tetralogie in Melbourne gestemmt. Eine Reportage vom anderen Ende der Welt.
Verdi in Berlin
Zum Ausklang des Verdi-Jubiläumsjahrs will Berlin es wissen: An der Staatsoper steigen...
In der Karriere von Jules Massenet reiht sich Erfolg an Erfolg, vom Durchbruch mit «Le Roi de Lahore» 1877 bis hin zum berührenden Alterswerk «Don Quichotte» von 1910. Manche Stücke waren nur kurzzeitig Kassenfüller, andere – wie «Manon» und «Werther» – wurden Klassiker. Zwei Flops allerdings erlebte der Franzose auf dem Gipfel seines Ruhms: «Sapho», eine Mischung...
Impressum
54. Jahrgang, Nr 12
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag - Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752262
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 12.11.2013
Redaktion:
Albrecht Thiemann (V.i.S.d.P.)
Wiebke...
