Am Mythos vorbei

Hamburg, Wagner: Das Rheingold

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Was es auf sich hat mit den drei Rheintöchtern und mit einem Riesenbett, das wie angeschwemmtes Strandgut aussieht, werden wir wahrscheinlich erst wissen, wenn der neue Hamburger «Ring» geschmiedet ist. Während Ha Young Lee, Gabriele Rossmanith und Ann-Beth Solvang mit berückendem Wohllaut singen, naht eine Gestalt im weißen Schutzanzug und reinigt – oder desinfiziert – das Gelände am Fluss. Schon in dieser Szene setzt sich Wolfgang Koch als Alberich darstellerisch und sängerisch fulminant in Szene. Zwischenvorhang.
Das zweite Bild zeigt ein Dachgeschoss.

Auf einem riesigen Tisch steht ein Modell: ein eher grauer als grüner Hügel mit einem kleinen  Häuschen. Es werkeln die in Knickerbocker-Hosen gekleideten Götterbübchen: der massige Donner (Jan Buchwald, prachtvoll sonor am Ende mit seinem «He da, he do») und der spillerige Froh (Ladislav Elgr, mit schönem, schlankem Tenor). Wotan liegt schlafend im Sessel und wird, von Fricka  geweckt, an den Preis erinnert, der für das perspektivisch weit entfernte Häuschen ausbedungen wurde. Und schon kommen sie, die Riesen vom Berge: breitschultrige Kerle mit den Insignien von Luden oder Schlägern. Ihr Bändiger, der listenreiche Loge, stammt ...

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Opernwelt Mai 2008
Rubrik: Panorama, Seite 58
von Jürgen Kesting

Vergriffen
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