Annäherungsversuche
Sieben Einspielungen von «Moses und Aron» sind seit der ersten Aufnahme von 1954 entstanden, einige davon leider nicht mehr lieferbar, wie die herausragenden unter Georg Solti (1984) oder Michael Gielen (1974). Letztere ist nun zumindest als «Soundtrack» der Verfilmung von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub wieder verfügbar. Freilich mit dem Unterschied, dass im Film zum vorproduzierten Orchester bei sommerlicher Hitze in der kleinen antiken Arena von Alba Fucens (Abruzzen) live gesungen wurde, während für die Philips-Aufnahme die Sänger ebenfalls im Studio aufgenommen wurden.
Beim Wiedersehen des Films wird deutlich, welche Strenge die Bilder und teils langen Einstellungen auszeichnet. Sie richten sich nach musikalischen Schnitten und nicht danach, wer gerade singt. Aber sichtbar wird auch, welche Freiheit der filmischen Mittel herrscht, etwa in Schwindel erregenden Kameraschwenks entlang der verwitterten Stufen des Arena-Ovals – von den Solisten zum Chor-Tableau und wieder zurück. Die Straubs gehen ganz werkgetreu vor (auch in den Kostümen) und ordnen gleichzeitig die Oper ihrem Stilwillen unter, blenden die Szenenüberschriften des Komponisten als Zwischentitel ein und wagen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zunächst könnte man meinen, mit der CD stimme etwas nicht: Ein g-moll-Akkord wird ein Dutzend Mal angeschlagen, bricht ab, hinterlässt eine lange Pause, beginnt erneut, bricht wieder ab – bis diesem Stop-and-go synthetisch-knisternde Klangräume entwachsen, die von einer zerkratzten Pink-Floyd-LP stammen könnten. Techno-Beats unterfüttern einen schneidenden...
Natürlich bedarf es nicht eines runden Geburtstags, um Aribert Reimanns grandiosen «Lear» aufs Programm zu setzen – doch die Idee der Lindenoper, den Berliner Komponisten zum Siebzigsten mit einer Neuinszenierung seines Meisterwerks zu ehren, wäre eine schöne Geste gewesen. Dann allerdings steckte Intendant Peter Mussbach das bereits angekündigte Geschenk doch...
An einer kleinen Bühne wie Regensburg sind Produktionen von Standardwerken in der Regel nur für das heimische Publikum attraktiv, die Wirkung bleibt meist regional beschränkt. Nicht so im Fall des neuen «Maskenball». Das Theater Regensburg bietet hier nicht nur ein Sänger-Quintett, sondern, die zwei Verschwörer einbezogen, ein -Septett auf, das sich problemlos auch...
