Bitte nicht stören!
Gleich zu Beginn glitzern Silber-Pennies bei den quicken Streichern: Das reiche Erbe des alten Admirals Morosus liegt in Chemnitz tatsächlich «im Keller», nämlich im Orchestergraben. Was Generalmusikdirektor Frank Beermann der Robert-Schumann-Philharmonie während der vorletzten Premiere der Spielzeit an verschmitztem Spielwitz entlockte, brachte das Publikum zum Schwärmen.
Rudolf Rischer hat für die «Schweigsame Frau» ein behagliches Wohlfühl-Bühnenbild gebaut.
Ein etwas angejahrter Admiralspalast wird dort von Haushälterin Theodosia Zimmerlein entstaubt (seit fast dreißig Jahren in Chemnitz engagiert: Monika Straube). Und die Regie (Gerd Heinz) plaudert fast zu viel aus: Alle Akteure sind immer sichtbar, sogar der Überraschungsbesuch wird schon entdeckt, bevor er überhaupt angeklopft hat. Das Licht führt, sehr geschickt, Holger Reinke: Er schafft ein Gefühl für Zeit und Raum außerhalb der vom Hausherrn regierten Ruhezone.
Es sind die in Stefan Zweigs Libretto kunstvoll arrangierten Pointen, die immer wieder für Gekicher im Saal sorgen, weniger die etwas schwergängige Inszenierung. Es dauert ein bisschen, bis die Figuren ihre komischen Seiten offenbaren. Die linkischen ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Martin Morgenstern
Drei DVD-Produktionen von Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» sind jetzt fast gleichzeitig auf den Markt gekommen – ein Beweis dafür, welchen Stellenwert diese frühe Oper seit Harnoncourts und Ponnelles Zürcher Pioniertat im Repertoire der großen internationalen Opernhäuser mittlerweile einnimmt.
Bereits 1997 brachte David Alden seine Inszenierung bei den...
So ein Wagner-Glück gibt es in Skandinavien nicht alle Tage: In zwei Städten, die nur ein sechzehn Kilometer schmaler Wasserstreifen trennt, standen «Parsifal»-Premieren auf dem Programm. Man musste nur über den Øresund fahren, jene geschichtsträchtige Meerenge, die Dänemark von Schweden trennt, um erhellende Vergleiche zwischen den Aufführungen in Kopenhagen und...
Es gibt Stimmen, die bringen nach jahrzehntelanger beruflicher Belastung noch immer entspannte Töne hin: Töne, bei denen man die Sängerin oder den Sänger für viel jünger halten würde, als er bzw. sie zum Zeitpunkt der Aufnahme oder Aufführung war bzw. ist. Nicht nur Töne, sondern auch Triller, saubere, genaue Phrasierung, gestaltete Dynamik. Solche Künstler hören...
