Übersteuert
Erich Wolfgang Korngolds «Tote Stadt» wurde 1920 uraufgeführt, und zwar gleichzeitig in Hamburg und Köln. Ein Erfolg, von dem sich das Junggenie nie mehr erholte. Soweit, so bekannt. Mit dem Datum 1920 verbinden sich auch viele aufführungspraktische Aspekte, die weit weniger bekannt zu sein scheinen.
Wie dezent konnte das vorgesehene Mammutorchester damals begleiten? Um wie viel geringer als heute war, aufgrund anderer Spielweisen und zum Teil sogar anders gebauter Instrumente, der Lautstärkepegel? Keine Frage: Der junge Korngold hat oft überinstrumentiert; er griff rasch und gern in den Topf der Instrumentalfarben. Dennoch: Der Orchesterklang, den er schreibend im Ohr hatte, muss von dem, was wir heute gewohnt sind, durchaus verschieden gewesen sein. Sonst hätten niemals genuin lyrische, schmelzbegabte Stimmen wie Richard Tauber oder Maria Jeritza die Hauptpartien singen können.
In Nürnberg wurde man sich dieser Problematik schmerzlich bewusst. Philipp Pointner, der Erste Kapellmeister des Hauses, hatte die Phrasierung zwischen Bühne und Graben genau abgestimmt. Er atmete mit den Sängern. Trotzdem war das Volumen des Orchesters von Anfang bis Ende zu laut, was mit der Akustik ...
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Jetzt spüren es auch die Lipizzaner. Elisabeth Gürtler, Chefin des Hotels Sacher, Opernballexpertin und seit einigen Monaten zudem Geschäftführerin der Spanischen Hofreitschule, beklagte bei Letzterer Besucherrückgänge und ein daraus resultierendes Defizit. Staatsoperndirektor Ioan Holender konstatierte schon vor Wochen Einbußen bei sonst überbuchten Vorstellungen...
Auf ein Neues! Der Freiburger «Ring» ist auf seiner dritten Station bereits bei seinem dritten Dirigenten angekommen. Fabrice Bollon, seit dieser Saison GMD, wird das Unternehmen auch 2010 zum Zyklus bündeln. Wie er und das propere Philharmonische Orchester Freiburg nun den «Siegfried» ausbreiteten, das ist schlicht bravourös. Diese Wagner-Deutung mag anfangs zum...
George Gerswhin hob die Hand, um sie wie ein Falke auf die Tasten des Klaviers niederstürzen zu lassen. Doch plötzlich hielt er inne. «Eines noch, Rouben», sagte er, «es muss dir klar sein, dass das eine ganz schwierige Partitur ist. Eigentlich ist sie unmöglich. Kann man denn Wagner überhaupt auf dem Klavier spielen? Und das hier ist wie Wagner.» Vom Regisseur...
