Jugendlicher Debussy, verführerischer Strauss

Christiane Oelze, Teodora Gheorghiu und Julie Fuchs widmen sich dem Liedschaffen um 1900

Opernwelt - Logo

«In jedem Gedicht findet er den für ihn entscheidenden Dreh- und Angelpunkt, entwickelt einen zutiefst originellen Gedanken, und schon ist der (manchmal durchaus banale) poetische Gehalt pointiert, überhöht und in die Stratosphäre katapultiert.

» Treffende Worte des Liedbegleiters Eric Schneider im CD-Begleitheft, der Christiane Oelze in diesem Querschnitt durch das reiche Liedschaffen von Strauss mit prachtvoll farbenreichem Klavierspiel unterstützt, wobei er sogar das Kunststück schafft, in den «Vier letzten Liedern», die die Auswahl beschließen, das Fehlen der Orchesterpalette beinahe vergessen zu machen. Die beiden Interpreten harmonieren aufs Schönste, somit stellt sich beim Anhören dieser CD schnell jenes ominöse Strauss-Feeling ein, das einen auch bei seinen Bühnenwerken überkommt – man kann sich dem Sog seiner Musik nicht entziehen. Christiane Oelze hat die richtige Stimme dazu: groß im Ausdruck, strahlend und nie hart in der Höhe, souverän in der Gestaltung sowohl der weit ausschwingenden Melodiebögen als auch der einschmeichelnden Kleinfigurationen. Manche Lieder hätten vielleicht noch etwas mehr von jenen intimen Farbabstufungen ertragen, wie sie der lyrischen Gattung des ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 33
von Max Nyffeler

Weitere Beiträge
«Lieber nicht»

Herr Pisaroni, Ihre Popularität in Deutschland ist nicht so hoch wie die von Ildebrando d’Arcangelo oder Erwin Schrott. Braucht man immer noch CDs, um berühmt zu werden?
Sieht fast so aus. Jonas Kaufmann hat mir einmal gesagt: «Mich gibt es doch schon so viele Jahre! Jetzt plötzlich erst geht es los.» Das lag an seinen CDs, mit denen er spät angefangen hat. Dass ich...

Vergissmeinnicht

Auf der Bühne des Berliner Radialsystems V ist, abgesehen von den Musikern, keiner unter sechzig: In «Dem Weggehen zugewandt», einem Projekt von Union Universal und dem Solisten-ensemble Kaleidoskop, geht es um Alter, körperliches Versagen, Demenz, Tod. Sechs Darsteller, die mit den Streichinstrumenten feste Beziehungen eingehen, rezitieren teils klischeehafte,...

Maria, hilf!

Prostituierte, Jüngerin, Ehefrau Jesu: Maria Magdalena steht derzeit hoch im Kurs. Vom Bestseller-Roman «The Da Vinci Code» (2003, deutsch: «Sakrileg») bis zu John Adams’ Oratorium «The Gospel According to the Other Mary» von 2012 – der Läuterungsprozess der neutestamentarischen Sünderin scheint noch längst nicht abgeschlossen.

Auch «The Gospel of Mary Magdalene»,...