Gefährdetes Glück
«Meine Frau befiehlt: Rosenkavalier. Also Rosenkavalier! Der Teufel hol ihn», ächzte Richard Strauss in einem Brief vom Mai 1910. Eine neue Oper hatte er in der Mache, aber noch keinen Titel. Wie gut, dass Pauline ihm energisch zuredete.
Dieser «Rosenkavalier» kam 2009 in einer wahren Luxus-Besetzung in Baden-Baden (vgl. OW 3/2009) auf die Bühne (nach der alten Salzburger Wernicke-Inszenierung von 1995). Und wo viel Luxus versammelt ist, sind auch immer gleich die kritischen Stimmen zu vernehmen, was denn alles an diesem Luxus nicht recht zusammenpasse.
Im November 2009 kam die Produktion als DVD in den Handel, einige Monate später folgte die Blu-ray, jetzt die CD-Version. Wo das Bild fehlt, kann man umso genauer hinhören. Und da verstört zunächst der Auftritt Franz Hawlatas als Baron Ochs. Das Faunische, Joviale, Ungeschlachte – all das gerät Hawlata zu einseitig derb, auch leicht heiser und kraftmeiernd in den oberen Regionen, insgesamt wenig wienerisch und wenig ausbalanciert in seiner (Tragi-)Komik. Nun hat Hawlata diese Rolle wahrlich oft und wahrlich oft überzeugend gesungen. Doch hier will es nicht recht passen. Renée Fleming hat man für ihre Baden-Badener Marschallin nicht ...
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Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Medien, Seite 33
von Christoph Vratz
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