Flaschenpost an die Zukunft
Wagner hielt nichts von Verdi, kannte seine Werke kaum. Verdi dagegen hat sich intensiv mit dem deutschen Kollegen beschäftigt. Zwar ärgerte ihn der Vorwurf, er «gebärde sich wie Wagner», was Bizet nach einer Aufführung von «Don Carlos» behauptete. Aber in seinen beiden letzten Opern kann man die bewusste Auseinandersetzung hören. Otello und Desdemona sind in ihrem Liebesduett im ersten Akt sowohl Siegmund und Sieglinde als auch Tristan und Isolde nahe.
Und im «Falstaff» spielt Verdi mit Zitaten aus den «Meistersingern» und «Parsifal», als wolle er in seinem letzten Werk Wagners finalem Wurf etwas entgegensetzen – dem «Bühnenweihfestspiel» sein eigenes, sinnenfrohes Weltbild.
«Er ist total verrückt!!!»
Was Wagner von Verdi gehalten hat, lässt sich mit einem Wort sagen: nichts. Was er von ihm überhaupt kannte, wissen wir nicht – vermutlich nicht viel. Der einzige überlieferte Besuch einer Verdi-Aufführung galt der «Messa da Requiem» am 2. November 1875 in Wien, «worüber» – so der vielsagende Eintrag in Cosimas Tagebuch – «nicht zu sprechen entschieden das beste ist». Verdi dagegen hat seit dem spektakulären Fiasko des Pariser «Tannhäuser» den Weg seines Konkurrenten aufmerksam ...
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Opernwelt Jahrbuch 2013
Rubrik: Verdi 200, Seite 48
von Uwe Schweikert
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
GENERALINTENDANT UND GESCHÄFTSFÜHRER:
Michael Schmitz-Aufterbeck
GENERALMUSIKDIREKTOR: Kazem Abdullah
VERWALTUNGSDIREKTOR UND GESCHÄFTSFÜHRER: Udo Rüber
SEKRETARIAT DER GESCHÄFTSFÜHRUNG: Doris Hautermann, Tatjana Trunsperger
CHEFREGISSEUR UND STELLV. DES GENERALINTENDANTEN
IN KÜNSTLERISCHEN FRAGEN: Ludger Engels
KÜNSTLERISCHE...
THALIA: Ich habe für dein Theater ein neues Kunstgenre ersonnen – die Operette...
MAEANDROS: Was ist das?
THALIA: Die Operette – das ist so eine Sache in drei Akten, wo die Damen
bei Musikbegleitung ihre Beine und Muskeln sehen lassen.
Aus: Vorspiel zu «Der Göttergatte»
von Viktor Léon und Leo Stein, Musik von Franz Lehár
Wieder einmal soll es nur ein Scheintod...
Im Zeitalter der Medien geht es im Allgemeinen nicht mehr um die Darstellung des jeweiligen Werkes, sondern um die Selbstdarstellung der Dirigenten und Regisseure. Da von der Mehrzahl der Medien bei der Vielzahl der Ereignisse nur noch die Extreme beachtet werden – es muss extrem jung oder alt, extrem schnell oder langsam, extrem leise oder laut, extrem schön oder...
