Beredte Kunst
Es ist inzwischen schon eine kleine Reihe, die der österreichische Residenz-Verlag Nikolaus Harnoncourt gewidmet hat. Jüngster Beitrag: ein Band mit dem Titel «Oper, sinnlich». Vierhundert Jahre Operngeschichte werden mit der jahrzehntelangen Bühnenarbeit Harnoncourts amalgamiert. Schon ein Blick ins Inhaltsverzeichnis nährt den Verdacht, dass es sich teils um Doubletten handeln könnte. So sind im Band «Mozart-Dialoge» gleich mehrere Kapitel dem «Idomeneo» gewidmet; ebenso verhält es sich in dem neuen Buch, wo es einen kompletten «Idomeneo»-Block gibt.
Doch von reinen Übernahmen kann nicht die Rede sein. Im Unterschied zu den vorherigen Bänden ist die Darstellung in «Oper, sinnlich» anders, breiter angelegt. Es handelt sich nicht (nur) um den Abdruck von Booklet-Texten oder kompletten Interviews. Zwar gibt es auch hier längere Zitatpassagen, die durch Kursivierung optisch herausgehoben werden; doch die Autorinnen haben darum herum kommentierende Texte gesetzt, in denen sie nicht mit Fakten und Hintergründen sparen. Man hätte sich Quellenachweise gewünscht, ob und wo Harnoncourt seine Beiträge bereits veröffentlicht hat. Dass der Verlag diesen Mangel durchgehen ließ, ist so ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Francis Poulencs 1957 uraufgeführte Oper «Dialogues des Carmélites» passt nicht mehr in unsere Zeit – könnte man denken. Was soll der moderne, ideologiekritische Mensch mit dieser wahren Geschichte von Karmeliterinnen anfangen, die in den Nachwehen der Französischen Revolution singend zur Guillotine schritten? So dachte zumindest Benedikt von Peter, als er die...
Der Weg von Prokofjews erster großer Oper «Der Spieler» verlief alles andere als geradlinig. Der Komponist schrieb sie während der Kriegsjahre 1915-1917 auf ein selbst verfasstes Libretto nach Dostojewskis gleichnamigem Roman von 1866, war ihm doch eine Uraufführung am St. Petersburger Mariinsky Theater in Aussicht gestellt worden. Der Ausbruch der...
Frau Jurinac, Sie rauchen?
Ja. Erich Kunz hat mich zwar einmal so lange gepiesackt, bis ich g’sagt hab: «Also gut, ich höre auf!» Ich hab dann zehn Jahre nicht geraucht, während der Erich nach drei Tagen sofort angefangen hat. Dann hab ich auch wieder begonnen. So a bissele. Julius Patzak hat nach jeder Arie von der Bühne weg geraucht. «Jussi, du rauchst?», war...
