Verdi in Italien
Verdi als Risorgimento-Held? Eigentlich hätte man erwartet, dass die unter dem Stern des 200-jährigen Verdi-Geburtstag-Jubiläums stehende Saison 2012/13 an Italiens Opernhäusern einen Reigen patriotischer Produktionen hervorbringen würde – kurz nach den Feierlichkeiten zum 150. Jahrestag der nationalen Einheit Italiens (2011). Doch es kam, zumindest bislang, anders.
Das mag zum einen an einer gewissen, wohl unvermeidlichen Übersättigung liegen, zum anderen sicher aber auch daran, dass Italien nach der Ära Berlusconi eine gespaltene Nation ist – so tief und unverkennbar wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Unter Spielplanmachern und Regisseuren lassen sich derzeit zwei Tendenzen beobachten: Die einen nehmen selten gespielte Werke neu in den Blick, die anderen werfen – im Sinne einer Wiederbelebung nationaler Aufführungstraditionen – einen nostalgischen Blick zurück auf jene «glücklicheren Tage», als sich Regisseure wie Luchino Visconti, Pier Luigi Pizzi oder Dario Fo auf der Höhe ihrer schöpferischen wie gesellschaftskritischen Produktivität befanden.
Zum Abschluss des Verdi-Festivals in Parma etwa wählte man mit La battaglia di Legnano eine Oper, die weder leicht zu ...
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Opernwelt März 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Carlo Vitali
Fesch sind sie beide, doch in ihrer Erscheinung unterscheiden sie sich deutlich: Klaus Florian Vogt, der blonde deutsche Held, und Jonas Kaufmann, der «Latin Lover» aus München. Ihr Singen entspricht dem äußeren Bild: Hell, fast weiß – für seine Fans wie Sekt, für weniger Begeisterte wie Selters – klingt die Stimme Vogts; jene Kaufmanns hat die rubinrote Farbe...
New York
Die Metropolitan Opera setzt zum Verdi- und Wagner-Jahr zwei Neuproduktionen an: Rigoletto mit Diana Damrau und Parsifal mit Jonas Kaufmann. Die New York City Opera spielt Powder Her Face von Thomas Adès, und an der Juilliard School erprobt sich der Nachwuchs mit L’elisir d’amore. Eine Reportage
Raritäten
Als sie 1807 in Paris erstmals vorgestellt wurde,...
Das Cello-Solo im ersten Akt dirigiert er aus. Und auch sonst ist Lawrence Renes ziemlich pingelig bei dieser Walküre. Einfach die Musik laufen lassen – das fällt ihm vorerst noch schwer. Das dürfte vor allem zwei Gründe haben: Erstens ist das Stück noch relativ frisch für den neuen Musikchef der Stockholmer Oper. Und zweitens braucht das Orchester genaue...
