Verdi spielt sich nicht von selbst
Im nächsten Jahr wird der 200. Geburtstag Giuseppe Verdis gefeiert, da stehen uns wohl eine Menge – und ich fürchte: größtenteils überflüssige – CD- und DVD-Publikationen ins Haus. Dass seine Opern keine Selbstläufer sind, sondern echte Herausforderungen an Sänger, Dirigenten und Regisseure darstellen, belegt das Angebot an historischen und neuen Live-Aufnahmen der letzten Monate.
Die Auftritte von Maria Callas als Violetta, bei EMI in Mitschnitten aus Mailand und Lissabon vorliegend, gehören ohne Zweifel zu den Highlights der gesamten Verdi-Diskografie.
Nun hat das britische Label International Classical Artists auch ihre Londoner Premiere von 1958 erstmals offiziell herausgebracht, gleichsam als apartes Postscriptum, denn die Aufführung fand nur wenige Wochen nach der Lissaboner Serie statt. Die Callas zieht hier, in einer der letzten ihrer insgesamt 63 «Traviata»-Vorstellungen, gleichsam eine persönliche Bilanz, fügt der Rolle aber auch einige neue Nuancen hinzu. Diese Violetta ist ganz femme fragile. Das äußert sich auch im filigranen Gesang, es gibt viele Abschattierungen, die elegischen und lyrischen Momente überwiegen. Die Partner sind entsprechend ausgewählt: Cesare ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Medien CDs/DVDs/Bücher, Seite 22
von Ekkehard Pluta
Das Buch ist ein Welterfolg. Gerade 31 Jahre alt, veröffentlichte die finnische Autorin Sofi Oksanen 2008 ihren Roman «Puhdistus», zu Deutsch «Fegefeuer». Mittlerweile ist er in 43 Sprachen übersetzt. In ihrem Heimatland hat er alle wichtigen Literaturpreise gewonnen, in den skandinavischen Ländern und Frankreich wurde er mehrfach ausgezeichnet, auch in Deutschland...
Es gibt Stimmen, die bringen nach jahrzehntelanger beruflicher Belastung noch immer entspannte Töne hin: Töne, bei denen man die Sängerin oder den Sänger für viel jünger halten würde, als er bzw. sie zum Zeitpunkt der Aufnahme oder Aufführung war bzw. ist. Nicht nur Töne, sondern auch Triller, saubere, genaue Phrasierung, gestaltete Dynamik. Solche Künstler hören...
Man könnte glauben, der «Parsifal» sei ein Öperchen, dass sich sogar in Krisenzeiten mal eben stemmen und auf CD verewigen ließe. Kurios, dass ausgerechnet Wagners himmlisch langes Bühnenweihfestspiel nun in einer dritten Neueinspielung binnen anderthalb Jahren vorliegt. Nach Valery Gergiev mit dem Mariinsky Orchestra (siehe OW 12/2010) und Jaap van Zweden mit dem...
