Luft nach oben

In Großbritannien boomen private Festspiele auf dem Lande – Stichproben in Nevill Holt, Garsington und bei den beiden Grange Festivals

Opernwelt - Logo

Es ist schon merkwürdig, dass die größten Wachstumsraten im Bereich der britischen Opernszene auf dem Lande zu verzeichnen sind. Jeden Sommer scheinen abseits der Städte neue Festivals aus dem Boden zu schießen und sich die bereits bestehenden zu vergrößern – ob sie nun alljährlich die Spielzeit verlängern oder das Programm immer ambitionierter aufziehen.

Jüngster Beleg für diesen Trend: die Eröffnung eines neuen Opernhauses in Nevill Holt, einem Flecken in Leicestershire mit kaum 100 Einwohnern.

In einem von Stallungen gesäumten Hof des Anwesens, das dem Milliardär David Ross gehört, gibt es zwar schon seit 2003 Sommeroper – in Form von Gastspielen der Grange Park Opera, auf provisorischer Bühne –, doch mit der Verpflichtung des Dirigenten Nicholas Chalmers stieg der Ehrgeiz: 2013 präsentierte man mit der «Zauberflöte» die erste eigene Produktion. Nun steht eine brandneue, vom renommierten Londoner Architekturbüro Witherford Watson Mann entworfene Spielstätte mit 400 Plätzen und einem Orchestergraben für 50 Musiker zur Verfügung. Eröffnet wurde das neue Theater am 14. Juni mit einer ziemlich konventionellen Produktion von Mozarts «Figaro», in der Joe Austin die Inszenierung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Magazin, Seite 99
von George Hall

Weitere Beiträge
Wotan aus der Kiste

Von außen ähnelt das Haus eher einer Scheune als einem Theater, aber das sagten kundige Bayreuth-Besucher seinerzeit auch über das große Festspielhaus. Und jetzt eben über die Probebühne in seinem Schatten, auf der seit zehn Jahren – als beinahe einzige Erfindung Katharina Wagners, die ihre Intendanz überdauern könnte – Wagner für  Kinder gezeigt wird.

Die Idee...

Halévy al Fresco

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul? Über die unbekannten Werke, die der Palazzetto Bru Zane regelmäßig ausgräbt, können sich historisch interessierte Melomanen nur freuen. Diesmal eine historisierende Oper des Komponisten, von dem man eigentlich nur «La Juive» kennt. Ein gewisser Richard Wagner durfte 1841 den Klavierauszug anfertigen und lobte die...

Alles Verdi

Wer als Teilnehmerin oder Teilnehmer eingeladen ist, kann sich vom Maestro persönlich angesprochen und auf mannigfache Art betreut fühlen. Das gilt vor allem für die jungen Talente, die von einer internationalen Jury ausgewählt wurden: in diesem Jahr je vier Dirigenten und Korrepetitoren. Zum engen Kreis gehören auch die von Riccardo Muti engagierten Sänger und...